«Abwahl war ein politisches Spiel»

Das Aargauer Kantonsparlament hat gestern CVP-Nationalrätin Ruth Humbel als Bankenrätin der Aargauischen Kantonalbank abgewählt. Humbel zeigt sich enttäuscht.

Damit hat kaum jemand gerechnet: Das Aargauer Kantonsparlament hat SP-Sprengkandidat Beni Strub in den Bankenrat der Aargauischen Kantonalbank gewählt. Dafür verpasste die CVP-Nationalrätin Ruth Humbel die Wiederwahl.

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Bildlegende: Ruth Humbel wurde als AKB-Bankrätin abgewählt. Keystone

Klar ist, dass die linken Parteien alleine Beni Strub nicht wählen konnten. Die SP und die Grünen verfügen nämlich nur über 32 Sitze im Kantonsparlament. Deshalb stellt sich die Frage, woher die restlichen rund 50 Stimmen in der geheimen Abstimmung stammten.

Die abgewählte Ruth Humbel ist überzeugt, dass die meisten Stimmen von der SVP stammten. Die Wahl sei ein politisches Spiel gewesen, sagte Humbel gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Weshalb die SVP sie fallen liess, kann sich Humbel nicht erklären. Sie wäre auch bereit gewesen, allfällige Fragen zu beantworten.

«SP-Kandidat machte hervorragenden Eindruck»

Auch die SVP zeigt sich überrascht vom Ergebnis. Fraktionschef Andreas Glarner sagte auf Anfrage, dass er nicht mit der Wahl des SP-Kandidaten gerechnet habe. Es habe auch keine Absprachen zwischen der SP und der SVP gegeben. Trotzdem sei klar, dass viele SVP-Grossräte den SP-Kandidaten gewählt hätten. Er habe bei der Vorstellung einen hervorragenden Eindruck gemacht, sagte Glarner.

Ein Grund für die Abwahl von Ruth Humbel könnte auch ihre Position beim Banken-Deal mit den USA gewesen sein. Humbel enthielt sich bei der Abstimmung im Nationalrat der Stimme. Damit machte sie sich keine Freunde bei der SVP. (gutm)