AKW Leibstadt muss Druckbehälter nicht überprüfen

Das Atomkraftwerk Leibstadt muss seinen Reaktordruckbehälter nicht speziell nach Fehlern untersuchen lassen. Das hat die Atomaufsichtsbehörde Ensi am Montag entschieden. Der in Leibstadt eingebaute Druckbehälter sei nicht anfällig für Mängel, wie sie in belgischen AKW auftraten.

Der Reaktordruckbehälter ist der innerste Teil im AKW (im Modell gelb). Darin befinden sich die radioaktiven Brennstäbe. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Reaktordruckbehälter ist der innerste Teil im AKW (im Modell gelb). Darin befinden sich die radioaktiven Brennstäbe. Keystone

Der Druckbehälter in Leibstadt bestehe aus warmgewalzten Platten und nicht aus geschmiedeten Ringen wie bei den anderen Schweizer AKK, teilt das Ensi mit. Im AKW Leibstadt könnten deshalb Befunde wie sie im belgischen AKW Doel 3 entdeckt worden seien, «weitgehend» ausgeschlossen werden, teilte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat am Montag auf seiner Website mit.

Die Atomkraftwerke Beznau und Gösgen müssen das Material des Reaktordruckbehälters untersuchen. Das hatte das Ensi im vergangenen Sommer verfügt. Die Untersuchung mittels Ultraschall soll im Rahmen der Wiederholungsprüfung der Schweissnähte des Reaktordruckbehälters erfolgen. Das AKW Mühleberg hat diese Prüfung bereits im 2012 vorgenommen.

Im Sommer 2012 waren in zwei belgischen Atomkraftwerken zahlreiche Befunde im Grundmaterial der Reaktordruckbehälter festgestellt worden. Die belgische Atomaufsichtsbehörde kam nach Abklärungen zum Schluss, dass ein
Weiterbetrieb der Anlagen möglich sei.

Auch das AKW Leibstadt war auf der von der belgischen Aufsichtsbehörde publizierten Liste aufgeführt. Der Reaktordruckbehälter unterscheide sich jedoch in Bezug auf den Hersteller und den Herstellungsprozesses von den belgischen Reaktoren. Dies geht aus den Unterlagen hervor, die das ENSI vom AKW-Betreiber angefordert hatte.