Aus der Sozialhilfe in die Arbeitswelt

Seit einigen Monaten läuft in Oberentfelden das Projekt «Lohn statt Sozialhilfe». Sozialhilfeempfänger werden von der Gemeinde angestellt in der Hoffnung, mit dieser Arbeitserfahrung wieder Fuss im Arbeitsleben zu fassen. Eine erste Zwischenbilanz fällt laut der Gemeinde positiv aus.

Sie sei sehr zufrieden, wie das Projekt angelaufen ist, sagt Gemeinderätin Petra Huckele, Ressortvorsteherin Soziales in Oberentfelden. Seit Juni sind Sozialhilfeempfänger in der Littering-Truppe unterwegs und halten das Dorf sauber, sie arbeiten im Schwimmbad mit oder helfen den Hauswarten in den Schulhäusern.

Mann sammelt Müll auf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Sozialhilfeempfänger sammeln beispielsweise Müll auf. Keystone/Symbolbild

Sieben Personen seien schrittweise im Projekt aufgenommen worden. Zwei davon hätten letzte Woche die Zusage für eine Arbeitsstelle erhalten, so Huckele im Interview mit Radio SRF.

Eine Frau kann im Altersheim der Gemeinde arbeiten, ein Mann in einem Industriebetrieb im Nachbardorf. Wenn sich die beiden bewähren, erhalten sie einen festen Arbeitsvertrag.

«Solche Bewerbungen landen nicht auf Stapel A»

Während ihrer Zeit im Projekt erhalten die Teilnehmer Unterstützung durch einen Job-Coach. Dieser hilft beim Bewerbungsprozess und der aktiven Suche nach einer Stelle. Ein grosser Aufwand, findet Gemeinderätin Huckele. Oft sei es aber so, dass Sozialhilfeempfänger ohne diese Hilfe nicht als Bewerber berücksichtigt würden. Auf sie hätten Firmen nicht gewartet.

Der Job-Coach setze sich bei den Firmen deshalb für die Teilnehmer ein und verweise auf die Leistung, die sie in ihrer Arbeit für die Gemeinde erbringen. Die sieben Teilnehmern bei «Arbeit statt Sozialhilfe» seien dankbar über das Programm. Es gebe ihnen eine Tagesstruktur und die positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung – etwa, wenn sie mit der Littering-Truppe unterwegs seien.

Oberentfelden will längerfristig Geld sparen mit dem Projekt. Deshalb seien auch andere Gemeinden an den Ergebnissen interessiert, so Petra Huckele. Nach drei Monaten sei es aber noch zu früh, um etwas zu den finanziellen Auswirkungen sagen zu können.