Bezirksgericht Zofingen verurteilt Mörder

Die Tat geschah 1994, jetzt muss ein heute 45-jähriger Mann hinter Gitter, und zwar für 13 Jahre wegen Mordes. Dieses Urteil fällte das Bezirksgericht Zofingen am Freitagabend.

Es ist ein Sieg für den Staatsanwalt. Dieser hatte 15 Jahre Gefängnis gefordert wegen Mordes. Die Verteidigung sah die Schuld als nicht erwiesen an und verlangte einen Freispruch für den Täter.

Der Täter, ein heute 45-jähriger Tamile, war vor zwei Jahren in London verhaftet worden unter dem Verdacht, 1994 bei Safenwil einen Landsmann erschossen zu haben.

Die Leiche eines 41-jährigen Mannes war 1994 in einem abgestellten Wagen auf dem Pannenstreifen der Autobahn A1 bei Safenwil entdeckt worden. Der Tamile war auf dem Rücksitz mit mehreren Schüssen in Kopf, Hals und Schultern getötet worden. Er war ein für seine Wucherzinsen bekannter Geldverleiher.

Der Eingang zum Bezirksgericht in Zofingen, aufgenommen beim Prozess im Jahr 1997. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: 1997 verhandelte das Bezirksgericht den Mordfall von 1994 bereits einmal: Damals wurden vier Mittäter verurteilt. Keystone

Der nun wegen Mordes Angeklagte war zusammen mit einem Mittäter eigens aus Paris angereist, wie es in der Anklageschrift heisst. Er habe das ihm völlig unbekannte Opfer mit mindestens sechs Schüssen aus nächster Nähe umgebracht.

Es ging ums Geld

Der Hintergrund des Mordes sind Spiel- und Kreditgeschäfte nach dem Schneeballprinzip. Das Opfer war unter dem Vorwand angelockt worden, eine Kreditrate zurückzuzahlen. Laut Anklageschrift wollten die Täter einem reichen Landsmann Geld rauben.

 Drei Landsleute des Angeklagten waren bereits 1997 wegen Mordes, Raubes und Freiheitsberaubung zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden.

Der 45-jährige Tamile, der nun wegen Mordes verurteilt wurde, war Ende 2010 in London verhaftet worden. Er wurde im Juni 2011 ausgeliefert.