Biodiesel-Fabrik Bad Zurzach – es geht weiter

Green Bio Fuel kann ihre Biodiesel-Anlage in Bad Zurzach wie geplant weiterbauen. Die alte Baubewilligung ist nach wie vor gültig. Der Grund: Green Bio Fuel will nun doch keine Abfälle verarbeiten.

Der Gemeinderat von Bad Zurzach teilt mit, dass der Baustopp für die Biodiesel-Anlage aufgehoben ist. Green Bio Fuel kann also weiterbauen. Den Baustopp hatte der Gemeinderat verfügt, weil nicht klar war, wie Green Bio Fuel ihren Treibstoff produzieren will.

Vier Zapfhähne. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Green Bio Fuel will nun doch ausschliesslich pflanzliche Altöle zu Biodiesel verarbeiten. Keystone

Ursprünglich wollte Green Bio Fuel die afrikanische Pflanze Jatropha verarbeiten. Für diesen Rohstoff wurde die Anlage ausgelegt. Auch die Gutachten und die Umweltverträglichkeitsprüfung gingen davon aus, dass pflanzliche Rohstoffe verarbeitet würden.

Doch im Verlauf des letzten Jahres wurde klar, dass sich die Verarbeitung von Jatropha nicht lohnt. Green Bio Fuel suchte einen neuen Rohstoff und entschied sich dazu, Altöl und Altfett zu verarbeiten.

Pflanzen oder Abfall?

Nun wurde der Kanton Aargau hellhörig. Altfett ist nämlich kein pflanzlicher Rohstoff, sondern gilt als «Abfall». Und die Verarbeitung von Abfall erfordere andere Produktionsabläufe und Anlagen als die Verarbeitung von Pflanzen, argumentierte der Kanton. Er verlangte ein neues Baugesuch und eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung.

Weil die Situation sehr unklar war, verfügte der Gemeinderat den Baustopp. Green Bio Fuel verzichtet nun aber auf die Verarbeitung von tierischen Fetten. Die Firma will also weiterhin nur pflanzliche Ausgangsstoffe verwenden.

Dieser Entscheid ebnet den Weg für die Beilegung des Streits mit dem Kanton. «Die erteilte Baubewilligung vom Dezember 2009 hat weiterhin Gültigkeit», schreibt der Gemeinderat von Bad Zurzach in einer Mitteilung. «Die Baueinstellungsverfügung musste wieder aufgehoben werden.»