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BVD-Virus Solothurner Tierschau abgesagt – wegen Rinderseuche

  • Die 10. Eliteschau der Solothurner Fleckviehzüchter in Mümliswil musste kurzfristig abgesagt werden.
  • Der Grund: Die Rinderseuche Bovine Virus-Diarrhoe (BVD).
  • Zwei Aargauer Kälber mit BVD hatten den Sommer im Solothurner Jura verbracht. Jetzt müssen alle Tiere untersucht werden, die mit ihnen Kontakt hatten.
Legende:
Fälle der Rinderseuche BVD in der Schweiz Die Ausrottung der Rinderseuche BVD ist schwieriger als angeommen. In der Schweiz konnten die Fälle nach den Rekordmeldungen von 2008 zwar stark reduziert werden, in den letzten Jahren trat die Seuche aber wieder vermehrt auf. Bundesamt für Landwirtschaft

Bauern sassen in der Festwirtschaft, Kinder rannten lachend herum, und die schmucken Glocken hingen für die Rangverkündigung bereit. Nur die Tiere fehlten, der Sägemehl-Ring blieb leer. So beschreibt die Zeitung «Schweizer Bauer» die Szenerie am vergangenen Samstag in Mümliswil SO.

Die Jubiläumsschau der Solothurner Fleckviehzüchter musste kurzfristig abgesagt werden, wegen BVD-Verdacht. Das Seuchen-Virus kann bei Tieren zu Durchfall und Aborten führen. Für Menschen ist es nicht gefährlich.

Aargauer Kälber als Ursprung

Die Solothurner Züchter wollten Tiere präsentieren, welche mit anderen Tieren Kontakt hatten, bei denen kürzlich BVD festgestellt worden ist. Bei den BVD-Tieren handelt es sich um zwei Aargauer Kälber, die den Sommer im Solothurner Jura verbrachten.

Gemäss Otto Maissen, dem stellvertretenden Solothurner Kantonstierarzt, hat der Aargau die anderen Kantone über die BVD-Kälber informiert. Nun werden alle Tiere untersucht, die mit ihnen Kontakt hatten.

Problem Sömmerung

Bei einer Sömmerung kommen viele Tiere aus vielen verschiedenen Betrieben zusammen. Das berge ein hohes Risiko. «Es ist wie bei einer Lawine», sagt Otto Maissen: «Es kann sein, dass ein infiziertes Tier auf einer Sömmerung andere Tiere infiziert, diese gehen ins Tal hinunter und infizieren dann dort weitere.»

Sollte man also Sömmerungen verbieten? Maissen winkt ab: «Das wäre nicht verhältnismässig. Sömmerungen sind ein ganz wichtiger Bestandteil von der Art, wie wir Rindvieh halten.»

Legende:
Rinderseuche BVD in den Kantonen Aargau und Solothurn Auch in den Kantonen Aargau und Solothurn gelang es, die Fälle der Rinderseuche BVD nach den Rekordwerten im Jahr 2008 stark zu reduzieren. Jedoch tauchten in den letzten Jahren neue Fälle auf. Bundesamt für Landwirtschaft

Die Schweiz hat sich zum Ziel gesetzt, die Tierseuche BVD auszurotten. Nachdem 2008 tausende Fälle von BVD aufgetreten waren, wurden im selben Jahr 15'000 Rinder geschlachtet. Der Bund startete ein Ausrottungsprogramm und bekämpfte bis 2013 die Seuche intensiv, womit er auch Erfolg hatte. Seit 2014 nehmen die Fälle von BVD nun aber wieder leicht zu.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Quarantaene ist der einzig wirksame Damm gegen Seuchen. Nicht nur bei Tieren. Und bei ohnehin zum Tod im Schlachthof verurteilten Tieren, die sofortige Keulung. Auch wenn dabei der Gewinn pro Tier nicht maximiert werden kann....
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