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Aargau Solothurn Coop-Neubau: Das architektonische Elend des Mittellands

Das neue Coop-Verteilzentrum in Schafisheim ist an und für sich ein fortschrittlicher Bau. Aber er es handelt sich dabei auch um zwei gewaltige Klötze, wie man sie im ganzen Mittelland sieht. Der Anspruch an die Architektur scheint inexistent. Dabei war dies früher nicht so.

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Legende: Das Kräuterzentrum von Ricola (l.) und das Coop-Logistikzentrum (r.) Bilder: SRF und Keystone

Das Verdikt des Berner Architekturkritikers Christoph Schläppi ist vernichtend: «Es ist weniger ein Haus als ein Gehäuse – man sieht solche Bauten überall im Land, sie wiederspiegeln das Elend des Mittellandes». Seiner Meinung nach, ist diese Fabrik eher eine grosse Maschine und weniger ein Gebäude.

Früher war es tatsächlich besser

Zu Beginn der Industrialisierung spielte die Architektur bei Industriebauten eine viel grössere Rolle. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass alte Industrieareale heute als hippe Wohngebiete gelten. Architekten konnten damals noch mit Stilelementen arbeiten. Dies auch, weil die Firmenpatrons sich früher mit ihren Fabriken Denkmale setzten.

Ricola als positives Beispiel

Auch heute gibt es das noch. Die Firma Ricola in Laufen, lässt ihre Gebäude seit den 80er Jahren von Herzog de Meuron entwerfen. Das Ergebnis ist ein architektonisch vielbeachtetes Firmengelände. Ricola in Laufen ist heute also nicht nur eine Fabrik, man könnte sie auch als eine Art Statussymbol sehen.

Architektur findet vor allem in Städten statt

Auch andere Firmen setzen mit ihren Gebäuden durchaus Zeichen. So ist beispielsweise der Roche-Tower in Basel ein Gebäude, welches die Stadt stark prägt. «Architektonisch wertvolle Gebäude, gibt es jedoch meist nur in urbanen Räumen», sagt Architekturhistoriker Christoph Schläppi. Er bedauert dies.

Denn das Elend des Mittellands liesse sich eigentlich nur stoppen, wenn sich Firmen auch bei Industriegebäuden einige Gedanken über Architektur machen würden.

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