Das Ende einer Ära in Menziken: Schlör trifft weitere Massnahmen

Die Schlör Getränke AG in Menziken ist am Ende. Nachdem bereits die zwei Hausmarken «Schlör» und «Senator» verkauft und die Produktion in Menziken eingestellt wurde, muss das Unternehmen nun auch den Getränkemarkt und -handel abstossen. Rio und Feldschlösschen übernehmen.

Der Getränkemarkt der Schlör AG in Menziken wird nun auch verkauft. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Getränkemarkt der Schlör AG in Menziken wird nun auch verkauft. zvg

Die bereits getroffenen Massnahmen zur Restrukturierung des Traditionsunternehmens reichen nicht aus. Der Preisdruck in der Gastrobranche sei zu gross, darum brauche es weitere einschneidende Schnitte, wie das Unternehmen mitteilt.

Per Ende Oktober wurden bereits die Markenrechte und -namen an die Ramseier AG verkauft. Auf diesen Zeitpunkt wird auch die Getränkeproduktion in Menziken eingestellt (vgl. Artikel rechts). Nun wird auch der Getränkehandel per Ende Jahr verkauft.

Verkauf an Rio und Feldschlösschen

Der Schlör-Getränkemarkt am Firmensitz in Menziken wird per 1. November an die Zürcher Rio Getränkemarkt AG verkauft. Die neuen Besitzer übernehmen aber die fünf Mitarbeitenden, wie Schlör mitteilt.

Der regionale Getränkhandel und die Belieferung von Gastronomieunternehmen wird von der Feldschlösschen Getränke AG aus Rheinfelden übernommen. Über die Verkaufspreise der beiden Sparten macht das Unternehmen keine Angaben.

Besitzer ist betroffen und sucht Lösungen

Den Inhaber und Geschäftsführer der Schlör AG stimmt der weitere Ausverkauf der Marke traurig: «Persönlich bedauere ich die Situation ausserordentlich», wird Jürg Schneider in der Mitteilung zitiert. «Eine Ära geht zu Ende. Das tut mir sehr leid, und sehr weh» sagt Schneider gegenüber Radio SRF.

«Mit dem Einstellen der Produktion ging das Herz der Firma verloren, und ohne Herz kann man schlecht leben. Deshalb waren weitere Einschnitte absehbar. Wir haben die weiteren Geschäftssparten verkauft, damit möglichst viele Mitarbeiter eine Anschlusslösung finden», erklärt Schneider gegenüber Radio SRF weiter.

«  Das Herz der Firma ging mit der Einstellung der Produktion Anfang August verloren. Ohne Herz kann man schlecht weiterleben.  »

Jürg Schneider
Inhaber und Geschäftsführer Schlör AG

12 Mitarbeitende werden von Rio, Ramseier und Feldschlösschen übernommen. Für total 9 der rund 30 Mitarbeitenden folgt bald die Kündigung. Hier suche man weitere Lösungen, zum Beispiel für Speditionsmitarbeiter, heisst es beim Getränkeunternehmen weiter.

Der Name Schlör bleibe zwar als Marke und dank dem nationalen Vertrieb der Ocean Spray Fruchtsäfte erhalten. Die Fruchtsäfte werden aber nicht von Menziken aus vertrieben. Was mit dem Produktionsgebäude im Wynental geschieht sei noch offen, so Schneider weiter. Auch hier werde eine Lösung gesucht.