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Aargau Solothurn Der «Sternen» wird Asylunterkunft – Gemeinde kritisiert Kanton

Nach der kürzlich erfolgten Schliessung des «Sternen» in Menziken wird aus dem Hotel eine kantonale Asylunterkunft für 90 Personen. Der Kanton mietet das Gasthaus für mindestens fünf Jahre, obwohl er selber eine Asylunterkunft in Menziken nicht ideal findet. Die Gemeinde kritisiert den Kanton hart.

Ortschild Menziken
Legende: Aus dem «Sternen» (links neben dem Verkehrsschild) wird eine der grössten Asylunterkünfte im Aargau. SRF

Der Aargau braucht immer noch zusätzliche Plätze für Asylbewerber. Die Situation bleibe angespannt, teilt der Kanton mit. Mit der Anmietung des Gasthauses «Sternen» können nun immerhin 90 weitere Plätze geschaffen werden.

Der Kanton könne nicht darauf verzichten, «im Wissen um die Strukturprobleme der Gemeinde Menziken sowie um die beengten Siedlungsverhältnisse im Ortskern», heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag. Der Ausländeranteil in der Gemeinde ist mit 38 Prozent überdurchschnittlich hoch.

Asylunterkunft für 10 Jahre ?

Der Kanton hat mit dem Eigentümer des «Sternen» einen Mietvertrag auf fünf Jahre mit Verlängerungsoption für weitere fünf Jahre abgeschlossen.

Die Unterkunft wird voraussichtlich ab Mitte August 2015 in zwei Etappen bezogen. In einem ersten Schritt ziehen 60 Asylsuchende ein, und nach einem Umbau weitere 30 Asylsuchende.

Gemeinde kritisiert Kanton

Der Gemeinderat Menziken kritisiert die Absicht des Kantons unmissverständlich. Die Gemeinde werde alle Möglichkeiten versuchen, um eine weitere Asylunterkunft zu verhindern, heisst es in einer Stellungnahme.

Das Missfallen richte sich nicht gegen die Asyl suchenden Menschen, sondern gegen die einseitige Verteilungs- und Belastungspolitik des Kantons. Die Zuweisung von Flüchtlingen an die Gemeinden funktioniere im Aargau nicht. In Menziken lebten seit Jahrzehnten mehr Asylsuchende als die Gemeinde gemäss Verteilschlüssel beherbergen müsse.

Der Gemeinderat sorgt sich um die weitere Entwicklung des Dorfes. Die Region habe in den letzten Jahren viele Arbeitsplätze verloren. Der latent vorhandene Unmut in strukturschwächeren Regionen nehme zu.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Die immer grösser werdende Opposition in der Bevölkerung zum gravierenden "Asyl(un)wesen", kommt mir vor, wie "die Faust im Auge" oder politisch umgesetzt: "Die Schweizer-Bürger (das Volk) und Frau Sommaruga und deren Bundesamt für Migration!" Entgegengesetzter könnte es kaum sein! Aber die ganze "Mitte-Links-classe politique" läuft weiterhin stolz (und "weltoffen") mit Scheuklappen durch all die kritischen Reaktionen und Stimmen! Irgend einmal "chlöpft's" und alles wird doch noch "rassistisch"!
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  • Kommentar von Esther Riesen, Menziken
    Sauerei, ein SVP-Mann will noch an den Asylsuchenden verdienen. Nur weil er es nicht geschafft hat, das Hotel weiter zu führen. Sehr fraglich dieser Vorgang!
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