«Die fetten Jahre sind vorbei»

Der Kanton Aargau kann auch in diesem Jahr eine schwarze Null präsentieren: In der Rechnung 2013 gibt es einen Überschuss von 1,7 Millionen Franken. Das ist aber weniger als erwartet. Und damit es überhaupt schwarze Zahlen gab, musste die Regierung ins Not-Portemonnaie greifen.

Brogli steht vor einem Flip-Chart mit dem Wappen des Kantons drauf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Dank einem tiefen Griff in die Ausgleichskasse konnte Finanzdirektor Roland Brogli eine schwarze Null präsentieren. SRF

Die Rechung 2013 des Kantons Aargau sieht besser aus, als sie in Tat und Wahrheit ist. 1,7 Millionen Franken beträgt der Überschuss. Eigentlich hätte der Kanton über zwei Millionen Franken erwartet. Doch damit es überhaupt schwarze Zahlen geben konnte, musste die Regierung 43 Millionen Franken aus der Ausgleichsreserve nehmen.

Finanzdirektor Brogli warnt

Die Rechnung weise «Anzeichen eines strukturellen Defizits» auf, hielt Finanzdirektor Roland Brogli (CVP) fest. Der Kanton nimmt bereits zum zweiten Mal Geld aus der Ausgleichsreserve.

«Wenn es so weiter geht, ist das Sonderkässeli Ende 2017 aufgebraucht», sagt Brogli gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF.

Aufwand und Ertrag belaufen sich auf je knapp fünf Milliarden Franken. Der Kanton nahm gut 16 Millionen Franken mehr Steuern ein als budgetiert. Die Schulden stiegen aber auf 1,375 Milliarden an. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 106,25 Prozent.

Brogli hält am umstrittenen Sparprogramm fest: Zwischen 2015 und 2017 sollen bis zu 120 Millionen Franken jährlich gespart werden. Die Rechnung 2013 zeige schwarz auf weiss, wie ernst die Lage sei. Er hoffe, die Kritiker sehen dies nun ein. «Die fetten Jahren sind vorbei und wir müssen uns anpassen».

Die ganze Medienkonferenz im Wortlaut