Schliessung von Poststellen Die Hälfte der Postfilialen im Kanton Solothurn ist gefährdet

Zum ersten Mal ist schwarz auf weiss zu sehen, welche Solothurner Poststellen weiter bestehen und welche eine unsichere Zukunft haben. Die Post garantiert 23 Filialen bis ins Jahr 2020. Bei 21 Filialen wird geprüft, ob sie anderen Lösungen weichen müssen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Post betreibt im Kanton Solothurn 44 eigene Filialen.
  • Bei 21 dieser Filialen ist die Zukunft ungewiss.
  • 23 Filialen sind bis 2020 garantiert.
  • Es soll immer ein Ersatzangebot geben.
  • Erste Reaktionen zeigen: Viele Gemeinden dürften sich gegen eine mögliche Schliessung «ihrer» Post-Filiale wehren

Gefährdete/gesicherte Poststellen im Kanton Solothurn

Filiale wird überprüft
Filiale garantiert bis 2020
BättwilBalstahl
BettlachBellach
DänikenBiberist
DeitingenBreitenbach
DullikenDerendingen
Erlinsbach
Dornach
EtzikenEgerkingen
FlumenthalGerlafingen
FulenbachGrenchen
GunzgenHägendorf
KappelLohn-Ammansegg
KriegstettenLostorf
LangendorfMatzendorf
MessenNunningen
MümliswilOensingen
NiedergösgenOlten 1
SelzachOlten Hammer
Solothurn Weststadt
Riedholz
Solothurn 1 (Bahnhof)
Schönenwerd
Solothurn Altstadt
Solothurn Stadt
SubingenTrimbach

Wangen bei Olten

Zuchwil
Postangebot und Landi-Waren nebeneinander. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Zukunft vieler Solothurner Poststellen: Die Integration in den Dorfladen (im Bild die Landi Oberbalm BE). Keystone

Jeder Einzelfall werde sorgfältig geprüft, heisst es in der Mitteilung der Post vom Donnerstag. Das Angebot an Poststellen werde auch über die Gemeindegrenzen hinaus betrachtet. So werde man etwa mit mehreren Gemeinden im Niederamt das Gespräch suchen, um die Versorgung der Region zu planen.

Wenn die Poststelle in einer Gemeinde geschlossen wird, soll das Angebot wenn möglich vor Ort weiterbestehen. Im Vordergrund stünden dabei sogenannte Partnerfilialen. Etwa, dass das Angebot der Post im Dorfladen integriert wird. Ersatzlos werde keine Poststelle geschlossen, verspricht die Post.

Bis im September 2017 soll zudem das Angebot in Gemeinden ausgebaut werden, wo es bereits Partnerfilialen gibt. Dort soll es künftig möglich sein, Bareinzahlungen an der Haustüre zu tätigen. Geprüft wird auch das Angebot für Pendler, zum Beispiel mit zusätzlichen Post-Automaten.

So reagieren die Gemeinden

Die Gemeindepräsidien wurden am Donnerstag von der Post per Brief über ihre Pläne informiert. Sie zeigen sich zum Teil erstaunt über die Absichten der Post, zum Teil haben sie mit einer drohenden Schliessung ihrer Filialen gerechnet. Ein Gemeindepräsident gibt sich gegenüber Radio SRF siegessicher: «Seine» Poststelle werde dann schon nicht geschlossen. Andere haben wenig Hoffnung auf Erfolg und gehen davon aus, dass sie eine Schliessung nicht verhindern können. Klar ist aber: Viele Gemeinden werden sich wehren.
Markus von Arx, Gemeindepräsident von Erlinsbach sagt zum Beispiel: «Die Post ist für das Gewerbe sehr wichtig, die müssen am Morgen und am Abend Briefe und Pakete holen und bringen können. Und auch Postfächer gehen verloren. Wir werden diese Argumente im Gespräch darlegen, notfalls auch schriftlich.»