«Die Solothurner Filmtage sind viel entspannter»

Die 48. Ausgabe der Solothurner Filmtage neigt sich dem Ende zu. Regionaljournal-Reporter und Filmfan Remo Vitelli zieht eine positive Bilanz. Das grössere Platzangebot sei spürbar. Und die Handschrift der neuen Direktorin erstmals auch.

Logo der Filmtage anlässlich eines Referats der Direktorin Seraina Rohrer. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die 48. Solothurner Filmtage tragen die Handschrift der neuen Direktorin Seraina Rohrer. Keystone

Regionaljournal-Reporter Remo Vitelli arbeitet traditionellerweise nicht während der Solothurner Filmtage. Denn für den Journalisten sind die Filmtage Pflicht: Er will Filme sehen. Das war auch 2013 nicht anders: Remo Vitelli war Dauergast an den 48. Solothurner Filmtagen und hat knapp 20 Filme gesehen.

Seine Bilanz fällt positiv aus: Im organisatorischen Bereich fällt das grössere Platzangebot an den Filmtagen auf. «Es ist wirklich viel entspannter als sonst. Man tritt einander nicht ständig auf die Füsse, das grössere Platzangebot ist wirklich spürbar», bilanziert Remo Vitelli im Regionaljournal von Radio SRF.

Mehr «Aufreger» im Programm

Spürbar sei nun auch die Handschrift der neuen Direktorin Seraina Rohrer. «Im letzten Jahr waren es noch zaghafte Änpassungen am Programm, in diesem Jahr nun merkt man, dass ein frischer Wind weht.» Natürlich sei das Programm der Filmtage immer noch «massentauglich», es würden viele «politisch korrekte» Filme gezeigt. Aber die Anzahl der «Aufreger» im Programm sei deutlich grösser geworden, findet Vitelli.

«Da konnte man sogar eine kleine Sexfilm-Reihe sehen. An sich sehr harmlose Streifen, die aber trotzdem zu reden gegeben haben.» Generell seien in Solothurn weniger Filme zu sehen gewesen, es sei wohl eine «rigorosere Auswahl» getroffen worden. Für Vitelli hat das Festival damit auch an inhaltlicher Qualität gewonnen. «Es ist immer noch eine Werkschau, aber die Auswahl ist sorgfältiger. Ich habe schon lange nicht mehr so viele gute Filme gesehen.»

« Ich habe schon lange nicht mehr so viele gute Filme gesehen. »

Vor allem die Schweizer Dokumentarfilme haben Vitelli überzeugt: Zum Beispiel «Thorberg», ein Film über Gefängnisinsassen in der Berner Strafanstalt, der sehr nahe an die Häftlinge heran führte. Oder auch das «vergnügliche Portrait der DRS-Bigband mit ihrem Schunkelsound» des SRF-Moderators Hannes Hug.

Alles in allem attestiert Remo Vitelli der neuen Filmtagedirektorin und ihrer Crew eine gute Arbeit: «Es wurden einige Ideen umgesetzt, das sieht man jetzt, das spürt man jetzt und das tut der Sache gut.»