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Aargau Solothurn Diese Firma kümmert sich um junge Asylsuchende im Aargau

Die neue Asylunterkunft für Minderjährige wird von einem Unternehmen geführt, das noch nie eine Asylunterkunft geleitet hat. Das Aargauer Sozialunternehmen Wendepunkt mit Sitz in Muhen hat allerdings langjährige Erfahrungen in anderen Bereichen.

Asylbewerber spielen Tischfussball
Legende: Am 1. Mai ziehen 18 Minderjährige in die Asylunterkunft in Aarau ein. Sie sind zwischen 14 und 18 Jahre alt. Keystone

Nach Kritik, der Aargau betreue jugendliche Asylbewerber ohne Eltern zu wenig gut, hat der Kanton reagiert. Im Aarauer Telli-Quartier öffnet deshalb am 1. Mai eine Unterkunft nur für solche unbegleitete junge Asylsuchende. 5 Mädchen und 13 Knaben ziehen zu Beginn ein.

Geführt wird die Asylunterkunft von der Stiftung Wendepunkt. Der Kanton hat der Stiftung und ihrem Sozialunternehmen den Auftrag erteilt, obschon Wendepunkt noch nie eine Asylunterkunft geführt hat, wie Sprecher David Fiechter dem SRF-Regionaljournal bestätigt. Allerdings habe sich Wendepunkt mit vielen anderen Angeboten einen Namen gemacht und langjährige Erfahrungen in diesem Bereich.

Sozial-Firma mit Millionen-Umsatz

Angefangen hat Wendepunkt 1993. Gründer Hans-Peter Lang hat Rändständigen Jobs in einer Garage in Rupperswil angeboten. Mittlerweile macht das Sozialunternehmen einen Umsatz von über 20 Millionen und einen Gewinn von rund einer halben Million Franken pro Jahr.

Wendepunkt hat 170 Mitarbeiter und bietet 780 Arbeits-, Ausbildungs- und Wohnplätze an, insbesondere für Sozialhilfebezüger und IV-Rentner. Auch Deutschkurse für erwachsene Asylbewerber und eine Kindertagesstätte gehören zum Angebot. Für sein Engagement wurde Gründer Hans-Peter Lang 2012 zum Aargauer des Jahres gewählt.

5 Fachleute für 18 Asylbewerber

In der Asylunterkunft für unbegleitete Jugendliche in Aarau setzt Wendepunkt fünf Fachpersonen ein, welche die 14- bis 18-Jährigen tagsüber betreuen. Nachts ist eine Pikett-Person vor Ort.

In einer Mitteilung schreibt Wendepunkt: «Die Jugendlichen sollen in ihrer Selbstständigkeit unterstützt und gestärkt werden. Klare Hausordnungen, geregelte Tagesabläufe und die Einbindung in sinnvolle Tagesstrukturen helfen.»

Junge Asylbewerber im Aargau

80 jugendliche Asylbewerber ohne Eltern leben derzeit im Aargau. Die Unterkunft in Aarau bietet Platz für bis zu 29 Jugendliche. Weitere 20 sind in der kantonalen Unterkunft in Suhr in einem eigenen Trakt untergebracht. Die übrigen sind in Pflegefamilien oder bei Verwandten untergebracht.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Die aufgeblähte Sozial-Industrie schafft also auch in Privatunternehmen immer neue (und offensichtlich lukrative) Angebote (Jobs und Gewinne), die selbstverständlich trotzdem schlussendlich wir Steuerzahler finanzieren! Zum zweiten: Es darf doch einfach nicht wahr sein, dass immer mehr Kinder OHNE Begleitung oder Eltern, als sogenannte "an Leib und Seele verfolgte Flüchtlinge" aus völlig fremden Länder, Kulturen und Religionen das innereuropäische kleine Land Schweiz erreichen und hier bleiben!
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  • Kommentar von Max Müller, Wangen
    So so, die Sozial-Firma macht Millionengewinne. In unseren Kindergärten/Schulen betreut 1-2 Fachperson 20 und mehr Kinder. Bei den Schweizer Kindern wird also gespart, damit ein paar Sozal-Firmen Millionengewinne einfahren können? Das kann doch einfach nicht Wahr sein.
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    1. Antwort von S. Wullschleger, Vordemwald
      Eine halbe Million Gewinn bei 170 Mitarbeitenden finde ich nicht sonderlich viel.
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  • Kommentar von stephanie, windisch
    Telefon home! ( E.T. Film) Und wieder werden Hunderte in die Schweiz kommen, da es hier wie im Paradies ist!! Viele Schweizer müssen im eigenen Land ums überleben kämpfen! So wie sich der Staat, in der Schweiz, sich für die Flüchtlinge einsetzt dürfen viele Bürger nur träumen!
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