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Aargau Solothurn Drei bis fünf Endlager-Standorte werden wohl weiter geprüft

Die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) sieht sich auf dem langen Weg zur Entsorgung der Atomabfälle in der Schweiz auf Kurs. Die Nagra will ihre Vorschläge für die Einengung der geologischen Standortgebiete bis Ende dieses Jahres bei den Bundesbehörden einreichen.

Animation Firmengelände Endlager-Verladestation am Bözberg
Legende: So sieht ein möglicher Endlager-Eingang in Villigen aus: 2014 wird entschieden, ob die Region Bözberg im Rennen bleibt. Nagra

Das Ziel ist laut Nagra, mindestens je zwei Standortgebiete für ein Tiefenlager für schwach- und mittelradioaktive sowie für ein Tiefenlager für hochradioaktive Abfälle aus Atomkraftwerken zu bezeichnen. Man werde noch in diesem Jahr eine Auswahl treffen.

«Theoretisch könnten wir alle sechs Standorte weiter prüfen. Ich gehe aber davon aus, dass wir uns auf drei bis fünf Standortgebiete einengen», erklärte Thomas Ernst am Rande eines Mediengesprächs in Baden gegenüber Radio SRF. Der Vorsitzende der Nagra-Geschäftsleitung wollte sich aber noch nicht zu möglichen Standorten äussern.

Entscheid für einen Standort in zehn Jahren

Die Einengung der geologischen Standorte erfolge allein nach sicherheitstechnischen Kriterien, sagte Andreas Gautschi, Bereichsleiter Geologie und Sicherheit. Die Gründe für die Auswahl der Nagra würden offen dargelegt und von mehreren Sicherheitsbehörden eingehend geprüft. Der Bundesrat wird über diese zweite Etappe voraussichtlich Ende 2017 entscheiden, wie es weiter hiess.

Frühestens in zehn Jahren wird die Nagra nach eigenen Angaben ein Rahmenbewilligungsgesuch für ein Tiefenlager einreichen können. Damit wird sich die Nagra auf einen Standort festlegen. Der Bundesrat und das Parlament werden über das Gesuch entscheiden. Der Parlamentsentscheid untersteht jedoch dem fakultativen Referendum. Möglicherweise hat also das Stimmvolk das letzte Wort.

Nach der Rahmenbewilligung braucht es die eigentlichen Baubewilligung für das Lager und am Schluss eine Betriesbewilligung. Die Nagra rechnet, dass frühestens im Jahr 2035 ein Tiefenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Betrieb gehen kann. Der Termin könne möglicherweise nicht eingehalten werden, sagte Thomas Ernst.

Regionalkonferenzen machten Vorschläge

Auf dem Prüfstand stehen sechs Regionen: Jura Ost, Jura-Südfuss, Nördlich Lägern, Südranden, Wellenberg und Zürich Nordost. Bei fünf dieser Gebieten machte die jeweilige Regionalkonferenz konkrete Standortvorschläge für Oberflächen- und Erschliessungsanlagen.

Für das Gebiet Jura Ost sieht die zuständige Regionalkonferenz Villigen als möglichen Standort vor, am Jura-Südfuss Däniken, am Südranden Neuhausen am Rheinfall und am Wellenberg Wolfenschiessen. Die Regionalkonferenz Nördlich Lägern schlägt Weiach und Stadel vor. Die Regionalkonferenz Nord entscheidet am kommenden Samstag.

Die Nagra diskutiert mit den Regionalkonferenzen bereits über mehr oder weniger konkrete Bauprojekte für die Oberflächenanlagen. Es liegen bereits grobe Planungen vor - notabene für alle Gebiete. Also auch für Gebiete, die nun vielleicht aus dem Rennen fallen. «Natürlich wird hier viel Arbeit geleistet, und vielleicht ist diese am einen oder anderen Ort vergeblich», gibt Thomas Ernst zu. Aber der Einbezug der Regionen sei wichtig: «Es ist gut, dass sich alle Regionen intensiv mit den Fragen rund um die Endlagerung der radioaktiven Abfälle befassen.»

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Theresia Meier, Remetschwil
    Was ist mit dem Rest der Schweiz? Warum wurde da nicht nach möglichen Endlagern gesucht? Nach dem politischen Widerstand am Wellenberg hat man sich wohl dazu entschlossen nur noch in den NOK Kantonen (Nordostschweizer Kantone) zu suchen, welche auch an der Axpo also an den Atomkraftwerken beteiligt sind. So nach dem Motto, wer davon profitiert wird vielleicht auch politisch ja zum Endlagerstandort sagen. Wo bleibt die gelogische Sicherheit? Auf der Strecke???
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  • Kommentar von A.Frank, Baden
    Da sucht ein Land welches keine tausend Jahre alt ist, ein Endlager, für Müll der 200-300 tausend Jahre gelagert werden muss. Ich gehe davon aus, dass auch hier die Verantwortlichen die Verantwortung nicht tragen, ja wie denn!? Im weiteren bin ich gespannt, wie sich die Immobilienpreise in diesen Gegenden entwickeln und wie die Immobilienbesitzer entschädigt werden!?
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