Eine kleine Bewegung mit einer grossen Vision

Die Lösungs-Orientierte Volks-Bewegung (LOVB) kämpft am 23. Oktober in zwei Bezirken um Sitze: Sie mischt in Muri und Baden beim Grossratswahlkampf mit. Die LOVB setzt dabei auf ein revolutionäres Parteiprogramm - allerdings mit relativ geringen Aussichten auf Erfolg.

Nicht weniger als ein grundlegend neues Geldsystem schwebt der Lösungs-Orientierten Volks-Bewegung (LOVB) vor. Geld soll künftig ausschliesslich den Gegenwert für ein konkretes Produkt oder eine Dienstleistung darstellen, kein «Eigenleben» mehr haben. Geld kann sich gemäss dem LOVB-Konzept deshalb auch nicht selber vermehren, Zinsen gibt es nicht mehr im Wirtschaftskonzept der Bewegung.

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Banken verstaatlichen, Land gerecht verteilen

Banken müssten gemäss Parteiprogramm verstaatlicht werden, dürften nicht mehr spekulieren und keinen Gewinn erwirtschaften. Damit will die LOVB «von Kauf und Verkauf mit reiner Gewinn- und Konkurrenzausrichtung» wegkommen, wie es in den Zielen der Partei heisst.

Auch in anderen Lebensbereichen setzt die kleine Bewegung auf kollektive Verantwortung: Land, Luft und Wasser erachtet die LOVB als «Allgemeingut». Schweizer Bürger sollen Land für Wohneigentum und Nahrungsanbau kostenlos erhalten. Wer ein besonders schönes Stück Land - zum Beispiel an einem See-Ufer - will, der soll entsprechende Gebühren an die Allgemeinheit bezahlen.

«  Mit dem Programm der LOVB müssten Sie weniger Steuern und Zwangsgebühren zahlen. Das, was Sie bezahlen, kommt Ihnen auch wieder zu Gute. »

Theres Schöni
Gründungsmitglied LOVB

Dieser grosse, revolutionäre «Wurf» wird von einer kleinen Gruppe engagierter Vereinsmitglieder getragen. Die LOVB tritt nur in zwei Bezirken zur Wahl an: In Muri und Baden. Alles in allem stehen nur vier Kandidierende zur Auswahl - davon sind zwei miteinander verheiratet.

Keine Chance mit Aargauer Wahlgesetz

Die Chance auf einen Sitzgewinn im Kantonsparlament ist allerdings äusserst gering: Bei den Nationalratswahlen 2015 trat die Bewegung zum ersten Mal an und erreichte knapp 1900 Stimmen. Das entspricht einem Wähleranteil von gerade einmal 0,06 Prozent. Bei den Grossratswahlen müssen die Parteien eine Wahlhürde überspringen, um überhaupt Anrecht auf Sitze im Parlament zu erhalten.

5 Prozent Wähleranteil in einem Bezirk oder 3 Prozent Wähleranteil im ganzen Kanton, so viel fordert das Aargauer Wahlgesetz im Minimum. Für die LOVB ein illusorisches Ziel. Die grossen Pläne der kleinen Bewegung dürften damit vorerst Visionen bleiben.

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr)