Emanzipation im Windschatten des Powermans Zofingen

Der Powerman und Zofingen, das ist eine Liebe, die von vielen Athletinnen und Athleten aus der ganzen Welt geteilt wird. Am Sonntag wurden erneut die Medaillen über die Duathlon-Langdistanz vergeben. Im Hintergrund arbeitet der zuständige Verband daran, die Disziplin Duathlon generell zu stärken.

Massenstart von Läufern am Powerman Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der wichtigste Anlass für eine Sportart, die wieder wichtiger werden soll: Powerman-Start in Zofingen. Jil Lüscher/SRF

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Die Sportresultate

Sieger am Jubeln

Powerman Zofingen

Gewonnen haben die WM-Rennen am Sonntag die beiden Sieger des Vorjahres: Die Britin Emma Pooley, die seit 2005 in Hausen am Albis im Kanton Zürich wohnt und der Franzose Gaël Le Bellec (Bild).

Was vor 27 Jahren in Zofingen unter dem Namen Run & Bike begonnen hat, ist längst zu einer festen Grösse in der Duathlonszene gewachsen: Der Powerman Zofingen gibt in dieser Sportdisziplin seit 1989 den Takt an. Seit bald 20 Jahren unter der Leitung von OK-Präsident Stefan Ruf.

Am Sonntag war die Stadt im Westaargau zum 8. Mal Austragungsort der Duathlon-Langdistanz-WM. Duathlon, das ist im Prinzip ein Triathlon ohne Schwimmen. Und Langdistanz-WM heisst konkret: 10 Kilometer Laufen, 150 Kilometer Velorennen und nochmals 30 Kilometer Laufen.

Athleten aus der ganzen Welt «müssen» nach Zofingen

Der Powerman Zofingen gilt unbestritten als die hochklassigste Duathlonveranstaltung weltweit. Duathlon steht aber im Schatten der Disziplin Triathlon, die olympischen Status hat und damit die Aufmerksamkeit von Medien und Sponsoren absorbiert. Für Stefan Ruf kein Problem, sondern eine Herausforderung.

Er setzt auf die Karte Qualität und positioniert den Powerman als eine Art Gesamtkunstwerk, als einen Mix aus Hochleistungssport, Breitensport, Gastfreundschaft und Tourismus. Zumindest im Athletenfeld kann er damit punkten. Der Powerman lockt begeisterte Athletinnen und Athleten aus der ganzen Welt nach Zofingen.

Triathlon-Verband will Duathlon stärken

Was fehlt, ist eine breite Duathlonbasis in der Schweiz selber. Mit dem Ziel, den Duathlon als eigenständige Disziplin vom Triathlon zu emanzipieren und damit attraktiver für den Nachwuchs zu machen, hat der Schweizerische Triathlonverband neu den Bottenwiler Lukas Baumann als Delegierten für Duathlonsport mit einem entsprechenden Mandat ausgestattet. Für Stefan Ruf eine weitere Stärkung auch des Powermans.

Denn Duathlon ist Powerman und der Powerman ist tragende Säule in der Strategie des Schweizerischen Triathlon Verbandes, wie Lukas Baumann im Gespräch mit Radio SRF bestätigt. Sein Ziel ist es, mehr Athletinnen und Athleten als reine Duathleten zu gewinnen. Dazu brauche es vor allem Geld, was nicht ganz einfach sei. Aber: «Wir kreiieren neue Rennen, wir bringen den Sport in die entsprechenden Medien.» So soll die Duathlon-Disziplin wachsen - trotz Triathlon-Schatten.