Falsche Vermisstenanzeige in der Region Baden

In der Stadt Baden wurden Vermisstenanzeigen aufgehängt mit Fotos eines 12-jährigen Mädchens. Zuvor hatte sich die Vermisstenmeldung über das soziale Netzwerk Facebook verbreitet. Das Problem: Das Mädchen ist schon lange wieder daheim. Die Polizei ärgert sich.

Papier mit Vermisstenanzeige an einer Wand. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Diese Vermisstenanzeige ist im Raum Baden ausgehängt: Das angeblich vermisste Mädchen ist aber wohlauf daheim. SRF

«Vermisst!» steht in roten Lettern auf den Zetteln, die im Raum Baden ausgehängt wurden. Ein 12-jähriges Mädchen werde gesucht, seit mehreren Tagen, man habe es zuletzt in Oberrohrdorf und Turgi gesehen. Wer Angaben machen könne, solle sich an die Polizei wenden, heisst es weiter unterhalb der Fotos des angeblich vermissten Mädchens.

Die Aargauer Kantonspolizei allerdings winkt ab. «Wir kennen den Fall: Das Mädchen war tatsächlich am 26. Januar abgängig, wurde aber am gleichen Tag gefunden und nach Hause gebracht», erklärt Polizeisprecher Max Suter auf Anfrage von Radio SRF. Aktuell liege bei der Polizei keine Vermisstenmeldung vor.

Das Internet vergisst nie

Mehrere Journalisten hätten sich bereits an die Polizei gewendet, gibt Suter weiter zu Protokoll: «Die Vermisstenmeldung hatte sich auch auf dem sozialen Netzwerk Facebook verbreitet». Alle diese Suchaktionen seien zwar gut gemeint, aber weder mit der Familie noch mit der Polizei abgesprochen.

«Das kann kontraproduktiv sein. Das Foto des Mädchens wird verbreitet, die ursprüngliche Meldung auf Facebook ist zwar gelöscht, aber die Kopien davon schwirren natürlich immer noch umher», gibt Suter zu bedenken.

«Gut gemeinte Hilfe ist kontraproduktiv»

Er rät: «Wer bei einer Suche mithelfen will, der sollte sich zuvor mit der Familie absprechen.» Auch die Website der Polizei sei zu konsultieren: Wenn dort die Person nicht als vermisst aufgeführt wird, könne man davon ausgehen, dass sich der Fall erledigt habe.

Der Fall aus Baden ist kein Einzelfall. Max Suter erklärt, die Polizei habe immer wieder mit solchen Meldungen vor allem auf sozialen Netzwerken im Internet zu kämpfen.

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