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Festival Fantoche Der Animationsfilm und die Erotik

Szene aus «Little Vulvah & Her Clitoral Awareness», von Sara Koppel (DK 2013)
Legende: Szene aus «Little Vulvah & Her Clitoral Awareness» von Sara Koppel (DK 2013) zvg/Fantoche

Vergleicht man die Programmübersicht des ersten Festivals mit jener von heute ist es augenfällig: Fantoche ist gewachsen, und zwar gewaltig. Fast unübersehbar ist die Anzahl der Filme, ob lang oder kurz, die Wettbewerbe, das Kinderprogramm und diverse Ausstellungen und Referate rund um den Animationsfilm füllen viele Seiten im Festival-Heft.

Auch Neuerungen finden sich im diesjährigen Programm. So erhalten kommerzielle Animationsfilme eine Plattform an der «Swiss Industry Night». Festivalleiterin Annette Schindler begründet die Neuerung so: «Wir sind auch einTreffpunkt für die professionellen Animationsfilmer, also für animierte Werbefilme. Hier machen wir einen Wettbewerb, an dem ein Publikumspreis vergeben wird.»

Sinnlichkeit, Erotik und Begehren

Eine Konstante im Programm von Fantoche sind Themenschwerpunkte. In der Auflage 2018 ist ein Schwerpunkt das Animations-Filmschaffen aus Lettland. Ein anderer Schwerpunkt ist das Thema Erotik. Unter dem Titel «Doucement Sexy» hat Annette Schindler drei Programme mit Kurzfilmen zusammengestellt.

«Ich wollte diesen Schwerpunkt schon lange mal setzen», sagt Schindler. «Der Animationsfilm hat bei der Erotik spezifische Stärken. Sinnlichkeit, Erotik, Begehren – das passiert ja sehr stark zwischen den Zeilen, es geht um Symbole. Und das kann ein Animationsfilm mit seiner bildlichen Form besser zeigen als die direkte Abbildung.»

«Adam» in der Kirche

Am Schwerpunkt Erotik zeigte auch die reformierte Kirche Baden Interesse. Pfarrerin Christina Huppenbauer suchte den Kontakt zur Festivalleitung, als sie vom Thema hörte. «Es gibt in der Bibel ganz verschiedene Stimmen zu Erotik, Sexualität und Sinnlichkeit. Es hat mich gereizt, das Thema Sinne im Sinn von Lebenssinn auzuloten.»

Dieses Ausloten geschieht am Sonntag in einem Gottesdienst in der reformierten Kirche Baden. Christina Huppenbauer zeigt in der Kirche einen der erotischen Filme von Fantoche («Adam») und stützt ihre Predigt auf diesen Streifen und nicht, wie sonst üblich, auf einen Text aus der Bibel.

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