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Flixbus in Grenchen Widerstand gegen den Fernbus

  • Die Haltestelle am Bahnhof Nord in Grenchen ist die erste Haltestelle der deutschen Fernbus-Linie Flixbus in den Kantonen Aargau und Solothurn.
  • Flixbus fährt von Grenchen seit einem Monat täglich - ausser am Dienstag - für 16 Euro nach Lyon und für 18 Euro nach Frankfurt am Main.
  • Dieses Angebot ist der städtischen SP ein Dorn im Auge. SP-Gemeinderat Daniel Hafner hat einen Vorstoss mit kritischen Fragen zum Flixbus eingereicht.
  • Grenchens Stadtpräsident François Scheidegger hat diesen Vorstoss beantwortet, er sieht im Flixbus ein preiswertes Angebot für die Bevölkerung und keine Konkurrenz für den Schweizer ÖV.

Nicht zuletzt sei es auch ökologisch sinnvoller, wenn jemand von Grenchen mit dem Flixbus nach Frankfurt fahre, anstatt mit seinem Auto nach Zürich zu fahren und dann in den Flieger einzusteigen, sagt der freisinnige Grenchner Stadtpräsident François Scheidegger.

Dass die Ökobilanz eines Flugzeugs schlechter sei als die eines Fernbusses, dem stimmt auch SP-Gemeinderat Daniel Hafner zu. Trotzdem brauche Grenchen die Fernbusse nicht, findet der Flixbus-Gegner. «Jede Stunde fährt von Grenchen ein Zug direkt nach Basel und von dort aus fahren Züge direkt nach Frankfurt. Diese Verbindung ist hervorragend, sie ist schnell und sie ist ökologisch.»

Scheidegger: «Ohne Nachfrage - kein Angebot»

Die Kundinnen und Kunden sollten selbst entscheiden, welches Angebot es in Grenchen brauche, findet hingegen der Grenchner Stadtpräsident François Scheidegger. Wenn es keine Nachfrage nach dem Flixbus gebe, dann werde dieser auch nicht lange in Grenchen anhalten.

Auch das Argument der Flixbus-Befürworter, wonach Fernbusse Reisen auch für Leute mit einem tieferen Einkommen möglich machen - weil der Fernbus eben deutlich billiger ist als die Bahn - lässt Daniel Hafner nicht gelten. «Billig ist heikel, gerade im Zusammenhang mit Mobilität und Verkehr». Mobilität sei aktuell zu billig, findet der SP-Gemeinderat. «Angebote wie der Flixbus tragen nicht dazu bei, dass in diesem Zusammenhang ein Schritt in die richtige Richtung gemacht wird. Billig ist nicht immer gut, weder für den Menschen noch für die Umwelt.»

Keine weiteren Linien geplant

Auch wenn der Grenchner Stadtpräsident die Flixbus-Haltestelle grundsätzlich positiv beurteilt, hat er gewisse Vorbehalte gegenüber Fernbussen. «Diese Angebote sind sicherlich nicht sinnvoll, wenn sie unseren ÖV konkurrenzieren.» Allerdings handle es sich bei den aktuellen Angeboten von Flixbus um internationale Verbindungen. Und weitere Fernbuslinien seien in Grenchen derzeit nicht geplant, so Scheidegger.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Nach der Bewilligung durch das Bundesamt für Verkehr, solche Flexibusse als Konkurrenz fahren zu lassen, müssen sich im Nachhinein keine Amststellen oder Politiker aufregen und opponieren! Jetzt ist es zu spät! Dieses Desaster ist leider bewilligt! Irgend einmal werden solche "Billiganbieter" aber "verlumpen" und verschwinden, so wie sie gekommen sind!
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