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Legende: Audio Urs Holderegger, Bundesamt für Zivilluftfahrt, zur Drohnen-Problematik bei Flughäfen. abspielen. Laufzeit 04:22 Minuten.
04:22 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 15.04.2019.
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Gefährliche Begegnung Flugplatz Grenchen: Drohne bringt fast Flugzeug zum Absturz

  • Eine Drohne ist einem Kleinflugzeug im Anflug auf den Flugplatz Grenchen (SO) gefährlich nahe gekommen.
  • Der Abstand betrug nur 20 bis 30 Meter. Der Vorfall ereignete sich über Biel.
  • Dass die beiden Fluggeräte nicht zusammenprallten, war «reiner Zufall», wie die Sicherheitsuntersuchungsstelle schreibt.

Das Kleinflugzeug war laut dem am Montag von der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) publizierten Bericht , Link öffnet in einem neuen Fenstereine einmotorige Maschine des Typs TB10 Tobago der Flugsportgruppe Grenchen. Nach einem Rundflug, in noch über 1000 Metern Höhe, meldete der Pilot am 4. Oktober 2018 der Platzverkehrsleitstelle in Grenchen eine Drohne.

Das nach Schätzung des Piloten zwei bis drei Kilogramm schwere, schwarz-rote Gerät befand sich über Biel in der Ein- und Ausflugroute des Flugplatzes, wie es im Bericht heisst. Der Pilot schätzte den Abstand zwischen seiner Maschine und der Drohne auf 20 bis 30 Meter.

Die Sicherheitsexperten der Sust lobten die Umsicht des Piloten, die Drohne der Platzverkehrsleitstelle zu melden und damit indirekt andere Piloten zu warnen. Die Drohne befand sich laut Sust auf einer typischen Einflughöhe. Es sei denkbar, dass die Position bewusst gewählt worden sei, um Flugzeuge aus der Nähe zu fotografieren.

Nicht-Kollision «reiner Zufall»

Eine solche Drohne im Flug frühzeitig von Auge zu erkennen, sei laut dem Untersuchungsbericht «schwierig bis unmöglich». Es sei daher «reiner Zufall», dass Kleinflugzeug und Drohne nicht zusammengestossen seien. Bei einer Geschwindigkeit von rund 180 km/h hätte die Kollision «verheerende Folgen» haben können, so die Sust.

Eine Drohne könne zum Beispiel den Flügel eines Kleinflugzeuges beschädigen, sagt Urs Holderegger, Sprecher des Bundesamtes für Zivilluftfahrt. Würde ein solches Gerät die Cockpitscheibe eines Flugzeuges treffen, könne auch der Pilot verletzt werden.

Das deutet auf Kenntnisse der Luftfahrt hin. Deshalb ist es absolut nicht nachvollziehbar.
Autor: Urs HoldereggerSprecher Bundesamt für Zivilluftfahrt

Ob die Drohne über Biel tatsächlich aufstieg, um Flugzeuge zu beobachten, kann Holderegger nicht bestätigen. Aber er erwähnt einen Vorfall aus dem Jahr 2018 in Zürich-Kloten. Dort hätten landende Verkehrsflugzeuge zwei- oder dreimal eine Drohne gesehen. Es sei ein grösseres Modell gewesen. Man habe den Verdacht, dass jemand mit dieser Drohne Flugzeuge gefilmt habe.

Zum Fall Biel-Grenchen sagt Holderegger: «Wenn tatsächlich jemand Flugzeuge filmen wollte, dann hätte diese Person gewusst, dass dort ein Anflugpunkt ist des Flugplatzes Grenchen. Dort muss man vorbei. Das deutet auf Kenntnisse der Luftfahrt hin. Deshalb ist es absolut nicht nachvollziehbar, wenn das jemand gemacht hätte.»

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Drohnen in den richtigen Händen wie (Feuerwehr ,Polizei oder Sanität) sind sicher Sinnvoll. Leider aber hat man alles durchgelassen und erst wenn ein grosser Schaden eintreffen sollte, wird gehandelt. Es ist leider in allem so, erst durch Schaden wird man klug.
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  • Kommentar von Alexander Weljaminoff (AndererMeinung)
    Die Panorama Sendung der BBC gestern Abend zum Gatwick Zwischenfall hat wesentlich mehr Fragen aufgeworfen als Antworten gegeben. 1. Der oder die Täter sind bis heute nicht gefasst. 2. Keiner der mehr als 100 Augenzeugen wollte vor der Kamera auszusagen. 3. Drohnen Sportflieger haben glatt verneint, dass dies eine Aktion eines Störenfrieds war. 4. Es gibt nur ein einziges nicht verifiziertes Video, das vllt eine Drohne zeigt. 5. Die Behörden schliessen eine Aktion eines anderen Staates aus, etc
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  • Kommentar von Peter Sennhauser (Peter Sennhauser)
    «Kommt gefährlich nahe» ist also genau das gleiche wie «bringt fast zum Absturz»? Von SRF erwarte ich sorgfältigeres Wording. Demnach ist «fuhr 15 Stundenkilometer zu schnell» das gleiche wie «tötete beinahe Menschen durch Raserei». Konsequenz wäre in diesem Fall: Geschwindigkeiten über 80 Stundenkilometer in Autos verbieten und technisch blockieren. Alle einverstanden?
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