Goetheanum in Dornach streicht 13. Monatslohn

Das Goetheanum in Dornach hat seine Mitarbeiter am Dienstag über die Streichung des 13. Monatslohns informiert. Damit reagiert die Allgemeine Anthroposophische Gesellschaft, die Trägerin des Goetheanums, auf den starken Franken. Der grösste Teil der Einnahmen kommt nämlich aus dem Euro-Raum.

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Bildlegende: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Goetheanum in Dornach verdienen weniger – wegen des Eurokurses. Goetheanum/Charlotte Fischer

Der starke Franken und der entsprechend schwache Euro reissen ein Loch in die Kasse des Goetheanums. 1,2 Millionen Franken würden in der Kasse fehlen, sagte Mediensprecher Wolfgang Held gegenüber Radio SRF. Man wisse allerdings noch nicht, wie es sich mit den Besucherströmen verhält – ob trotz starkem Franken so viele Gäste wie üblich ans Goetheanum kommen.

Abhängig von Geld aus dem Ausland

Das Goetheanum ist stark abhängig von ausländischem Geld. 80 Prozent der Sprenden und sogar 90 Prozent der Mitgliederbeiträge sind aus Europa und werden in Euro überwiesen.

Darum hat das Goetheanum nun seinen Mitarbeitern einen Verzicht auf den 13. Monatslohn vorgeschlagen. Wolfgang Held bestätigt verschiedene Medienberichte. Dieser Verzicht ist zwar «freiwillig». Sollte sich jedoch ein Mitarbeiter weigern, werde man ihm kündigen und ihn vor die Wahl stellen, zum tieferen Lohn wieder angestellt zu werden, erklärt Wolfgang Held.

Entlassungen vermeiden

Laut Wolfgang Held will man mit der Lohnkürzung Entlassungen vermeiden. Erst 2011 musste das Goetheanum 15 Personen entlassen, wegen der Euro-Krise. Dies wolle man nun vermeiden.

Finanzielle Reserven hat das Goetheanum nicht. Erst vor zwei Jahren hatte es die Bühne modernisiert, für gut 13 Millionen Franken.