Grenchen: Zweite Runde im Duell Banga vs. Scheidegger

Der langjährige Grenchner Stadtpräsident Boris Banga muss in den zweiten Wahlgang. Er wirft seinem Herausforderer François Scheidegger einen unfairen Wahlkampf vor. Scheidegger selber glaubt weiter an einen Erfolg im September. Auch, weil Daniel Flury sich offiziell zurück zieht.

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Grenchen vor Umbruch

2:47 min, aus Schweiz aktuell vom 10.6.2013
Portraits von Boris Banga und François Scheidegger Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Duell geht in die zweite Runde: Im September treten in Grenchen nur noch Banga und Scheidegger zur Ausmarchung an. zvg

2009 Stimmen für Boris Banga, 2178 Stimmen für François Scheidegger. Der langjährige SP-Stadtpräsident Banga zeigt sich über dieses Resultat nicht überrascht. «Ich wurde vier Jahre lang demontiert», erklärte er am Sonntagnachmittag gegenüber der Sendung «Regionaljournal Aargau Solothurn» von Radio SRF.

Banga kritisiert Wahlkampf

Gegenüber der Sendung «Schweiz aktuell» am Montag wird Banga noch deutlicher: «Der Wahlkampf war unfair. Es gab in den letzten zwei Wochen viel Lug und Trug über meine Person.»

Banga sieht sich aber auch rein objektiv benachteiligt. «Mein Gegenkandidat wird von verschiedenen Parteien unterstützt. Diese stellen zwei Drittel der Mitglieder im Gemeinderat. Ich werde nur von der SP unterstützt», erklärt Boris Banga seine leicht tiefere Stimmenzahl.

Einem zweiten Wahlgang sieht er deshalb relativ gelassen entgegen. Trotzdem: Die Entscheidung sei noch nicht gefallen. «Ich habe immer zuerst meine Partei gefragt, bevor ich entschieden habe.»

Daniel Flury verzichtet - und könnte damit Scheidegger helfen

Den zweiten Wahlgang hat auch François Scheidegger (FDP) bereits im Visier. «Im Moment haben wohl alle ein bisschen genug, aber im August geht's dann wieder los.» Gerichtspräsident Scheidegger ist ebenfalls zufrieden mit seinem Resultat, auch wenn der Vorsprung auf Boris Banga nicht riesig ausgefallen ist. Immerhin hätten die Stimmberechtigten klar gemacht, dass sie einen Wandel wollen.

«Die bürgerlichen Parteien haben immer ein Mobilisierungsproblem in Grenchen. Und ich konnte nicht die gleiche Präsenz aufbringen wie Boris Banga, der sich an allen erdenklichen Stationen gezeigt hat», analysiert François Scheidegger.

Für den zweiten Wahlgang gibt er sich optimistisch. «Ich glaube, wir können noch mehr mobilisieren», erklärt er gegenüber «Schweiz aktuell» am Montag. Zudem hofft Scheidegger auch auf die Stimmen des parteilosen Daniel Flury.

Dieser dürfte im zweiten Wahlgang noch einmal antreten, verzichtet aber darauf. Dies bestätigte Flury auf Anfrage von Radio SRF am Sonntag. Der zweite Wahlgang in Grenchen findet am 22. September statt.