Im Aargau gibt es die erste unterirdische Hochspannungsleitung

Die nationale Netzgesellschaft Swissgrid will erstmals eine Hochspannungsleitung im Boden verlegen. Dies betrifft einen 1,2 Kilometer langen Abschnitt in der Gemeinde Bözberg. Damit soll ein Engpass im Übertragungsnetz beseitigt werden.

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Bildlegende: Die Verantwortlichen der Swissgrid stellten am Donnerstag das Projekt für eine unterirdische Hochspannungsleitung vor. SRF

Die Netzgesellschaft Swissgrid war vom Bundesgericht verpflichtet worden, in der Gemeinde Bözberg Kabel im Boden zu verlegen, an Stelle von Freileitungen. Damit hatten sich Gemeinde Riniken und zahlreiche Privatpersonen mit ihrer Forderung durchgesetzt.

Die Swissgrid als heutige Eigentümerin und Axpo Power AG als ehemalige Eigentümerin und heutige Planerin nahmen in Abstimmung mit Bund, Kanton Aargau und den betroffenen Gemeinden das Projekt an die Hand.

Konkret geht es darum, einen 1,2 Kilometer langen Leitungsabschnitt auf dem Gemeindegebiet von Bözberg unter den Boden zu verlegen. Die Teilverkabelungsstrecke soll insgesamt 14 Kabel führen, davon zwei als Reserveleiter.

Planeingabe Ende September

Für das gesamte Verkabelungsprojekt wurde in Zusammenarbeit mit Bund, Kanton Aargau und Gemeinden nach landschaftsverträglichen Standorten für die beiden notwendigen Übergangsbauwerke gesucht, wie die Swissgrid festhält. Das Vorhaben zur Erdverkabelung sei umweltverträglich, weil es die gesetzlichen Vorschriften in Bezug auf den Natur- und Heimatschutz, den Landschaftsschutz und auf die nicht-ionisierenden Strahlung und auf die Gewässer einhalte.

Die Netzwerkgesellschaft will das Projekt Ende September 2013 beim Bundesamt für Energie ins Plangenehmigungsverfahren einreichen. Danach wird es es während 30 Tagen öffentlich aufgelegt.

Gemeinden freuen sich

Die betroffenen Gemeinden Riniken und Bözberg zeigen sich zufrieden. Sie selbst wollen das Projekt nicht bekämpfen. Der Gemeindepräsident von Riniken, Ernst Obrist, schloss gegenüber Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF nicht aus, dass es einige Anwohner geben könnte, die sich über den grossen Graben erschrecken werden. Deshalb könnte es trotzdem Einsprachen geben.

Allerdings werde der Graben wieder zugeschüttet, betonte Ernst Obrist. Dies sei sicher die bessere Lösung als eine Freileitung, welche man auch in 100 Jahren noch sehen würde.

Engpass bei Energieverteilung beseitigen

Die bestehende 220-Kilovolt-Leitung zwischen Beznau AG und Mettlen LU stellt gemäss Swissgrid einen Engpass im Schweizer Übertragungsnetz dar. Sie soll deshalb durchgängig auf eine Spannung von 380 Kilovolt verstärkt werden.

Der Bundesrat legte diese Verbindung als Teil des strategischen Höchstspannungsnetzes fest und erklärte ihren Ausbau als sehr dringlich. Die Verstärkung der Leitung sei für die bessere Energieverteilung im Mittelland und die Entlastung der Nordschweiz sowie die Erhöhung der Transportkapazität im Norden unerlässlich. (sda/matb, gutm)