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Lernen ohne Schule Immer mehr Schüler werden zuhause unterrichtet

Die Zahl der Schüler, die weder in die öffentliche noch in private Schulen gehen, steigt seit Jahren stark an.

Homeschooling
Legende: Eine Zürcher Familie beim Homeschool-Unterricht im Mai 2009. Keystone

Das sogenannte Homeschooling wird immer beliebter. In den Kantonen Aargau und Solothurn sind die Zahlen seit Jahren steigend. Dies zeigt eine Anfrage bei den beiden Kantonen. Im Aargau wurden im Schuljahr 2016/17 158 Kinder zuhause unterrichtet. Dies entspricht jedem 500. Aargauer Schüler.

Die Zahl ist im Aargau damit in den letzten fünf Schuljahren stetig gestiegen. Im Jahr 2012/13 waren erst 71 Kinder zu Hause unterrichtet worden. Die Gründe für den Unterricht zu Hause sind vielfältig. Eltern wollen ihre Kinder nicht dem staatlichen Zwang unterordnen oder finden die Schule enge die Freiräume der Kinder zu fest ein.

Auch im Kanton Solothurn ist die Zahl der Kinder, die weder Volks- noch Privatschule besuchen, gestiegen. Allerdings auf tieferem Niveau als im Aargau. 18 Kinder wurden im letzten Schuljahr zuhause unterrichtet.

Die kleine Zahl der Homeschooling-Fälle im Kanton Solothurn führt Yolanda Klaus, die stellvertretende Vorsteherin des Volksschulamtes auf die strenge Bewilligungspraxis zurück: «Wir verlangen ein Lehrerpatent und ein schriftliches Lernkonzept, das sicherstellen muss, dass die Kinder die Lernziele der jeweiligen Klasse erreichen».

Damit unterscheidet sich Solothurn deutlich vom Aargau. Dort müssen Eltern, die ihre Kinder unterrichten möchten, kein Lehrerpatent haben. Deshalb gilt der Aargau als sehr liberal in Bezug auf Homeschooling.

Anzahl Kinder, die zuhause unterrichtet werden

Schuljahr
Aargau
Solothurn
2017/18
keine Angabe
22
2016/1715818
2015/1613115
2014/1512611

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
    Diese Kinder tun mir Leid, ihnen endgeht das zusammenleben mit anderen Kindern und das sind Erlebnisse welche immer zu tollen Gesprächen führt. Die Kinder werden nicht inteligenter wenn zuviel Druck von den Eltern auf sie ausgeübt werden. Später werden sie den Eltern vorwerfen, dass sie ihnen die Jugend gestohlen hat. Wer etwas werden will, schafft es auch ohne Privatunterricht im Leben. Im Gegenteil er lernt sich durchsetzen und das bildet seinen Charakter.
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    1. Antwort von Roland Müller (Roland Müller)
      Alle Kinder die an staatliche Schulen geschickt werden tun mir sehr leid. Ein Kind ist eigentlich bis zum 12.Lebensjahr sehr empfindlich auf alle Aussagen und Lehrmeinungen. Als gläubiger Christ würde ich es meinen Kindern nicht zumuten, sich all die Lügen immer und immer wieder anhören zu müssen, denn eine Lüge die immer wieder wiederholt wird, wird eben bald als wahr aufgenommen. Dies mal abgesehen von der fiesen Gewalt in den Schulen. Drogen inklusive.
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    2. Antwort von Bruno Hochuli (Bruno Hochuli)
      Lieber Herr Roland Müller, ich glaube auch an Gott, aber wer hat in all den vielen Jahren die menschen am meisten Betrogen, es waren die Kirchenfürste, Päpste usw. die die Menschen bis aufs Blut ausgenützt haben, im Namen Gottes. Schauen sie die Welt von Heute an, es ist nicht besser geworden.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Bei diesem teuren, Steuergelder verschleudernden, unübersichtlichen, komplizierten "Kantönligeist-Bildungs-Wirrwarr" in der Mini-Schweiz, ist Verunsicherung, Unzufriedenheit der Steuern zahlenden Bevölkerung verständlich!!
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  • Kommentar von Thomas Bächinger (Thomas Bächinger)
    Nicht nur immer das zu tun, wozu man eben gerade Lust hat, ist auch ein Lernprozess. Wieviel habe ich selber von originellen Lehrerpersonen profitiert! Klassenlager, Exkursionen, gemeinsames Feiern und Singen, Schulwege, all dies u.v.m. lernt ein Home-Schooling-Kind nie kennen. Ein guter Teil der Eltern sind Evangelikale (was häufig verschwiegen wird), deren Kindern es gut täte, auch mit nicht streng bibeltreuen Kindern zusammen zu sein und andere Ansichten kennen zu lernen.
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