Kanton Solothurn darf beim Lehrlings-Turnen nicht sparen

Der Kanton Solothurn wollte Geld sparen. Er wollte für die Oltner Berufsschüler nur noch zwei Jahre Turnunterricht anbieten. Doch das Solothurner Verwaltungsgericht hat nun den Entscheid aufgehoben. Ein Urteil mit Signalwirkung? Auch in Solothurn und Grenchen wurden nämlich Turnstunden gestrichen.

Turnhalle mit Handball spielenden Jugendlichen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Oltner Berufsschüler brauchen mehr Bewegung, als der Kanton ihnen zugestehen will, sagt das Verwaltungsgericht. Keystone

Es ist ein Sieg für die Solothurner Sportlehrer. Diese haben vor einem Jahr gemeinsam mit Schülern Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingereicht und nun Recht erhalten. Philipp Heri, Präsident des kantonalen Turn- und Sportlehrervereins, bestätigt eine Meldung der Solothurner Zeitung.

Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass die Oltner Berufsschüler auch künftig in allen Schuljahren Turnunterricht erhalten sollen.

Regierung wollte sparen

Das Urteil kommt der Regierung ungelegen. Wegen der angespannten Finanzlage wollte sie ab dem Schuljahr 2015/16 am Berufsbildungszentrum Olten nur noch für die beiden ersten Lehrjahre Turnunterricht anbieten. Damit hätte der Kanton ab 2016 jährlich 250'000 Franken eingespart.

Philipp Heri, Präsident des kantonalen Turn- und Sportlehrervereins, ist erfreut über das Urteil zugunsten der Oltner Berufsschüler. Er hofft, dass es nun auch in Solothurn und Grenchen wieder mehr Turnunterricht gibt. Dort waren die Turnstunden schon früher gekürzt worden. Der Verein werde nun das Gespräch mit dem Kanton suchen, sagt Heri zu Radio SRF.

Das Urteil des Verwaltungsgerichts ist allerdings noch nicht rechtskräftig: Der Kanton hat 30 Tage Zeit, um den Entscheid ans Bundesgericht weiterzuziehen.