Kanton Solothurn: «Von einer Krähen-Plage können wir nicht reden»

«Riesenlärm», «Krähenplage», «freche Vögel»: In Leserbriefen beklagen sich Stadt-Solothurner über die Krähen, welche auf dem Kreuzackerplatz der Vorstadt nisten. Heuer sind sie noch früher dran - und zahlreicher, monieren die Bewohner. Stimmt nicht, sagt der Wildbiologe.

Eine Saatkrähe sitzt auf einem Ast. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Saatkrähen sind in fast ganz Europa zu finden, im Winter zieht sie von Russland bis nach Asien. Keystone

Sie machen Lärm, Dreck und sie stören die Stadt-Solothurner: Die Krähen. Nach einem Artikel in der Solothurner Zeitung beschweren sich nun mehrere Leser in Leserbriefen über die Tiere - und die Stadt. Diese mache zu wenig gegen die «Plage».

Stimmt nicht, sagt Mark Struch, Wildbiologe vom Amt für Wald, Jagd und Fischerei gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn: «Von einer Plage müssen wir hier nicht reden», meint er. «Die Krähen leben in Kolonien und nisten immer im Frühling. Das kann die Gemüter erhitzen. Es gibt nicht mehr als in anderen Frühlingen, dieses Jahr sind sie aber früher dran mit nisten».

Der Bund erlaubt die Jagd der Krähen ausserhalb der Schonzeit. Im Kanton Solothurn wird gerade das Gesetz dafür überarbeitet. Man kann die Tiere schiessen, oder sie mit ihren natürlichen Feinden, dem Habicht und Wanderfalken, jagen. Auf dem Land macht man dies im Kanton Solothurn bereits.