Sanierung Kirchenturm Leiseres Glockengeläut in Schönenwerd

Gleich zwei Kirchentürme hat die römisch-katholische Kirche im solothurnischen Schönenwerd. Allerdings sind diese nicht im besten Zustand, weshalb sie derzeit saniert werden. Ein Nebeneffekt der Sanierung: Die Kirchenglocken klingen künftig leiser.

Zuständig dafür, dass die Kirchenglocken auch nach der Sanierung gut tönen, ist Projektleiter Christian Thesen.

SRF News: Christian Thesen, welche Arbeiten verrichten Sie derzeit?

Christian Thesen: Wir tauschen die Glockenstühle aus, welche die Tragelemente sind, damit die Glocken hin und her schwingen können. Wir rüsten die Glockenstühle mit neuen Klöppeln und Läutmaschinen aus, damit die Glocken die nächsten 40 oder 50 Jahre wieder problemlos läuten können.

Weshalb ist das notwendig?

Weil die Kirchentürme hier offen sind und die alten Glockenstühle aus dem Jahr 1938. Die Witterung setzte ihnen derart zu, dass sie verfaulten.

Heute machen Sie Tontests. Was muss man sich darunter vorstellen?

Wir schauen den Schall an und die sogenannte Schönheit des Klangs, wobei das für jeden natürlich etwas anderes ist. Ich sage einfach mal: Wenn ein Ton frei ist von Obertönen und auch ein paar tiefere Frequenzen drin hat, dann empfinden Menschen das allgemein als angenehm.

Wie messen sie die Schönheit des Tones?

Zum einen ist das der Schalldruck, den wir mit einem Messgerät aufzeichnen. Zum anderen sind es herkömmliche Audioaufnahmen, wo wir vorher und nachher vergleichen können.

Wie kann man den Ton einer Glocke überhaupt ändern?

Das Zusammenspiel von Glocke und Läutmaschine bewirken im Endeffekt den Ton, den wir hören. Auch sind wir mittlerweile in der Lage, Glockenpendel so zu dimensionieren, dass das Glockengeläut die gewünschte Lautstärke hat. Die Tendenz geht dorthin, dass wir die Glocken leiser einstellen wegen der Nachbarschaft.

(Das Gespräch führte Andreas Brandt.)