Wahlen Olten Neue Kraft in der Oltner Politik

In der Stadt Olten wünscht sich das Stimmvolk offensichtlich frischen Wind. Die neue Partei «Olten jetzt!» holt bei ihren ersten Wahlen gleich vier Sitze und ist die grosse Gewinnerin. Erfolgreich schneidet auch die Junge SP ab. Die etablierten Parteien verlieren hingegen allesamt.

Gewinne und Verluste der Oltner Parteien Die Grafik zeigt den Stimmenanteil der Parteien in Prozent. Die Sitzverteilung im Parlament kann nicht direkt verglichen werden, da das Parlament von 50 auf 40 Sitze verkleinert wurde. Die etablierten Parteien haben Stimmenanteile verloren, während die Junge SP Region Olten und die neue Gruppierung «Olten jetzt!» stark zulegen können.

Die Neuen sollen es richten, so könnte man das Wahlergebnis bei den Oltner Parlamentswahlen einordnen. Die neue Partei «Olten jetzt» erobert aus dem Stand vier Sitze im Parlament und ist damit die grosse Wahlgewinnerin.

Zweite Siegerin ist die Junge SP Region Olten, sie erobert zwei zusätzliche Sitze und hat nun drei Mandate.

Etablierte Parteien verlieren

Alle übrigen Parteien verlieren Sitze. Die Deutung der Resultate ist allerdings knifflig, da das Oltner Parlament verkleinert wurde. Zum ersten Mal wurden nur noch 40 statt wie vorher 50 Sitze vergeben.

Von dieser Verkleinerung können nun aber nicht wie erwartet die grossen Parteien profitieren, im Gegenteil, alle etablierten Parteien verlieren an Einfluss.

Das neue Parlament von Olten Die neue Gruppierung «Olten jetzt!» schafft auf Anhieb 4 Sitze im Gemeindeparlament. Auch die Junge SP Region Olten konnte ihre Sitzzahl steigern (von 1 auf 3), obwohl das Parlament 10 Mandate weniger hat (früher 50 Sitze, jetzt nur noch 40). Die grossen Parteien haben verloren.

Wie wirkt die neue Kraft?

Die beiden stärksten Kräfte in Olten bleiben dennoch die SP und die FDP mit je 9 Sitzen. Dahinter reiht sich die SVP mit 5 Sitzen ein, während CVP, Grüne und «Olten jetzt!» auf 4 Sitze kommen. Die Junge SP hat neu 3 Mandate, EVP und GLP je eines.

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Viele Bisherige abgewählt

Weil 46 Bisherige für nur noch 40 Sitze kandidierten, war es klar, dass auch Bisherige abgewählt werden. Gleich 16 Bisherige wurden nicht mehr gewählt. Darunter auch das langjährige Parlamentsmitglied Max Pfenninger (FDP) oder Stadtratskandidatin Ursula Rüegg (SVP). Im Gegenzug gelang zehn Neuen trotz Verkleinerung der Einzug ins Parlament.

Die neue Kraft in der Oltner Politik möchte sich nach eigenen Aussagen nicht fix im Links-Rechts-Schema positionieren, man sei aber tendenziell schon eher auf der linken Seite angesiedelt, so erklärt es ein Partei-Vertreter gegenüber Radio SRF.

Primär gehe es der Partei darum die etablierte Politik aufzumischen, Grabenkämpfe zu überwinden und unabhängig von einer nationalen Mutterpartei Lokalpolitik betreiben zu können.

«Mini-Linksrutsch»

Zusammen mit dem Sitzgewinn der Jungen SP kann man davon ausgehen, dass die Oltner Stadtpolitik etwas linker ausfallen dürfte als bisher, vor allem auch darum, weil sich im Stadtrat ebenfalls eine links-grüne Mehrheit halten konnte. Unter anderem dürfte dafür sicher auch die Sparpolitik der letzten Legislatur mitverantwortlich sein.