Kriminalität im Aargau Neue Organisation soll Polizei noch besser machen

Die Kantonspolizei Aargau streicht ihre Erfolge bei der Bekämpfung der Kriminalität heraus. 2016 gab es weniger Einbrüche als im Jahr vorher. Und es kamen auch weniger Menschen im Verkehr ums Leben. Ab 2017 läuft das Projekt «Kapo 2020», die Polizei kommt nun zu den Leuten und nicht umgekehrt.

Eine Kantonspolizistin und ein Kantonspolizist patrouillieren zu Fuss. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Kantonspolizei Aargau will durch die Reduktion von Posten mehr Beamte auf Patrouille schicken können. zvg/Kapo AG

Im aktuellen Amtsblatt des Aargaus ist ein Auftrag der Kantonspolizei Aargau ausgeschrieben. Sie will neue Helme und Gasmasken beschaffen. Vorgesehen sind diese Ausrüstungsgegenstände für den «unfriedlichen Ordnungsdienst», d. h. für den Einsatz bei Demonstrationen oder auch bei Fussballspielen.

«Modernste technische Ausrüstung» sei wichtig, sagte Polizeidirektor Urs Hofmann am Montag an einer Medienkonferenz der Kantonspolizei Aargau. Nur so könne man die Kriminalität bekämpfen und die Bevölkerung schützen.

Kampf gegen Einbrecher

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  • Gesamtkriminalität: minus 10 Prozent
  • Einbrüche: minus 15 Prozent
  • Tote im Verkehr: 14 (Vorjahr: 28)

Betrachtet man die Zahlen des vergangenen Jahres, ist die Polizei offenbar gut ausgerüstet, denn die Zahl der Einbrüche ist gesunken. Die Polizei führt dies darauf zurück, dass sie ihre Kräfte «prioritär» für die Bekämpfung von Einbrüchen eingesetzt habe.

Der Aargau sei noch sicherer geworden, sagten die Verantwortlichen am Montag vor den Medien. Das zeige sich auch auf der Strasse. Es gab 2016 weniger Verletzte und auch weniger Tote als noch ein Jahr zuvor.

Risiken im Verkehr: E-Bike und PS-Monster

Eine Risikokategorie gebe es allerdings, so die Polizei. Es seien die E-Bikes bzw. deren Fahrer. Elektrovelos würden auch älteren Menschen eine neue Art von Mobilität ermöglichen. Die Kehrseite der Medaille: Immer mehr Unfälle mit E-Bikes und Senioren.

Ebenso Sorgen machen der Kapo aber auch jüngere Männer. Man verzeichnete 2016 mehrere Unfälle von unerfahrenen Junglenkern, die mit starken Sportwagen unterwegs waren, bei welchen sie zudem die Fahrassistenzsysteme manuell deaktiviert haben. «So werden diese Autos kaum mehr kontrollierbar», sagt Rudolf Scherrer, Chef Mobile Polizei.

Kantonspolizei: Weniger Posten, mehr Patrouillen

«Kapo 2020» – so heisst die neue Strategie der Regierung, die seit Anfang 2017 umgesetzt wird. Von 17 bisherigen Posten der Kantonspolizei werden 8 geschlossen. Es bleiben 9 Stützpunkte übrig. Die Idee dahinter: Die Polizei will ihre Präsenz ausserhalb der Posten verstärken. Die Gesellschaft entwickelt sich Richtung 24-Stunden-Betrieb. Da sei es nicht mehr zeitgemäss, so die Regierung, dass die Kantonspolizei nur von 8 Uhr morgens bis 17 Uhr abends präsent sei und dies zu häufig nur im Büro.
Neue technische Möglichkeiten (Computer, Internet) würden es ermöglichen, einen grossen Teil der administrativen Arbeit (Rapporte schreiben, Informationen abfragen, Daten übermitteln) im Streifenwagen zu erledigen. Mit der neuen Strategie komme die Polizei zu den Leuten und nicht mehr umgekehrt. Die Polizei verspricht, dass nach der Umsetzung von «Kapo 2020» jedes Anliegen, für das die Kantonspolizei zuständig ist, einer Patrouille gemeldet werden kann, die zum Bürger nach Hause kommt. Ein Gang auf den Stützpunkt soll gar nicht mehr nötig sein.

Der grösste Erfolg für die Kantonspolizei Aargau im vergangenen Jahr ist die Aufklärung des Mordfalls Rupperswil. Im Dezember 2015 wurden in einem Einfamilienhaus vier Menschen umgebracht. Lange tappte die Polizei im Dunkeln. Im Frühling konnte die Polizei dann aber den Täter nach überaus aufwändigen Ermittlungen verhaften.

Bildlegende:Überblick Entscheid Kapo-Stützpunkte kapo ag