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Aargau Solothurn Olten Südwest: Neues Quartier ist beliebt – und fordert die Stadt

Damit hatten nicht alle gerechnet: Olten Südwest ist beliebt, lockt gute Steuerzahler an und wird wohl bald noch wachsen. Das zeigen Recherchen. Doch genau das stellt die Stadt vor ein Problem: Das Quartier ist für die Regierung wie auch für den Eigentümer der Überbauung zu wenig gut erschlossen.

In so einer Überbauung will doch kaum jemand wohnen. Diese und ähnliche Stimmen hörte man in der Vergangenheit in Olten, wenn man das neue Quartier Südwest ansprach. Aktuell sind aber über 300 von gut 400 Wohnungen weg, in nur 9 Monaten. Seit Herbst letzten Jahres sind die Wohnungen bezugsbereit.

Gute Steuerzahler

Und: Südwest hat Mieter angelockt, die der Stadt etwas bringen – jedenfalls in Sachen Steuern. Auf Anfrage bestätigt der Oltner Finanzdirektor Benvenuto Savoldelli, dass die Mieter der gut 300 Wohnungen der Stadt Olten im laufenden Jahr rund 600'000 Franken an Gemeindesteuern einbringen werden.

Das sei ein schöner Betrag, fügt Savoldelli an. Und Finanzverwalter Urs Tanner fügt an, dass das im Vergleich zu anderen Quartieren nicht weniger sei. Dabei hatten Kritiker erwartet, dass Olten Südwest eher bei steuerschwachen Personen Anklang finden würde.

Nächste Etappe bald in Planung?

Nun liebäugeln der Eigentümer der Überbauung sowie die Verwaltung von Olten Südwest mit der nächsten Etappe in diesem Quartier, welches zuletzt mehrere 1000 Personen beherbergen kann. Man kläre aktuell gerade ab, welche Wohnungen besonders gut ankamen und welche nicht.

Das sagt Peter Meier auf Anfrage, er ist der Inhaber der Firma Sturzenegger Immobilien, welche die Überbauung verwaltet. Diese Abklärungen sind die Grundlagen für die Planung einer weiteren Bauetappe in Olten Südwest. Wann gebaut werden kann, dafür sei es noch zu früh, so Meier.

Eigentümer kritisiert Erschliessung

Eher spät dran sei die Stadt hingegen, wenn es um die richtige Erschliessung des Quartiers gehe, sagt Meier im Interview. Dass die Mieter immer noch zu Fuss zum Bahnhof Hammer laufen müssen, sei «einfach mühsam». Und genau das müsse sich ändern. Denn: «Die Stadt kann davon nur profiteren und noch mehr gute Steuerzahler anlocken», meint Meier.

Stadtpräsident Martin Wey sieht das ähnlich und hat sich im Namen der Stadtregierung bereits im Parlament für eine bessere Erschliessung eingesetzt. Und zwar für eine Personenunterführung, welche für Fussgänger und Velofahrer eine Verbesserung bringen würde. Doch das Parlament kippte einen Projektierungskredit.

Die Rolle der FDP

Namentlich die FDP meldete sich immer wieder kritisch zu Wort, wenn es um die Erschliessung von Olten Südwest geht. Man müsse sparen, und andere Projekte seien wichtiger, hiess es immer wieder im Parlament. Der Stadtrat kündigt nun an, noch in diesem Jahr erneut die bessere Erschliessung ins Parlament zu bringen.

Wird die FDP die Finanzierung auch dann blockieren? «Wenn der Eigentümer nicht nur plant, sondern konkret weiter baut in Olten Südwest, können wir das gerne nochmals anschauen. Denn: Wir sind nicht gegen eine bessere Erschliessung von Olten Südwest», sagt FDP-Sprecher Deny Sonderegger dem Regionaljournal.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 12:03 Uhr

Schöne Überbauung?

Ob Olten Südwest schön ist oder nicht, liegt im Auge des Betrachters. Stadtpräsident Martin Wey hofft aber, dass künftige Bauten dort abwechslungsreicher werden, «dass man von der monotonen Bauweise» etwas abrückt. Man wolle den Eigentümer nicht abstrafen. Aber Wey hofft, im Gespräch mit den Eigentümern noch eine Verbesserung zu erzielen.