«Raumnot» in Solothurn: Lösungen gegen Jugendprobleme

Jugendliche, die in Gruppen umher ziehen, Alkohol trinken und laut sind: Ein Problem, das viele Gemeinden kennen. Im Kanton Solothurn gehen einige Gemeinden das Thema offensiv an. Sie stellen den Jungen einen Ort zur Verfügung, an dem sie sich treffen können. Trimbach zum Beispiel.

Einen Rückzugsort für Jugendliche, eine eigene Baracke, in der sie sich treffen können, ohne andere im Dorf zu stören. Das stellt die Gemeinde Trimbach dem Nachwuchs zur Verfügung. Dieser Ort auf einem ehemaligen Spielplatz entstand nach Gesprächen der Gemeinde mit den Jugendlichen, initialisiert wurden sie vom Blauen Kreuz und dem Projekt «Raumnot».

Einige Jugendliche übernehmen die Rolle des «Platz-Chefs», sagt Gemeindepräsident Karl Tanner. Das Projekt sei wichtig für Trimbach. Es helfe, die Jugendliche besser zu verstehen – und auch, dass die Jugendlichen die Anliegen der Gemeinde besser begreifen.

Projekt bald im ganzen Kanton Solothurn

Jugendliche prosten sich mit Bier zu. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Jugendliche, die sich treffen, Alkohol trinken und Lärm machen: Ein Thema, das viele Gemeinden kennen. Keystone

Mitfinanziert werden solche Massnahmen wie in Trimbach durch den Kanton Solothurn. Er teilt sich die Kosten mit den Gemeinden. Das Projekt «Raumnot» wird als Erfolg angesehen, das Projekt soll deshalb auf den ganzen Kanton ausgeweitet werden. Alle Gemeinden sollen Unterstützung erhalten, wenn sie mit dem Blauen Kreuz zusammen arbeiten.

Beim Blauen Kreuz ist man auch selbstkritisch. Es gebe Verbesserungsbedarf, so Andreas Kallweit, der das Projekt leitet. Die Abläufe in den Gemeinden seien für kurzfristige Massnahmen oft zu schwerfällig. So hätten sich die Probleme und Interessen der Jugendlichen oft bereits verändert, wenn die angedachten Massnahmen umgesetzt würden.