Regierungsrat Urs Hofmann als Zugpferd für die Partei

Seit 2009 sitzt der Aarauer Urs Hofmann in der Kantonsregierung. Geht es nach ihm und seiner Partei, so soll dies auch nach den Wahlen im Herbst so bleiben. Die SP hat Hofmann am Dienstag mit viel Applaus nominiert - und mit der Hoffnung auf einen positiven Effekt auch für die Parlamentswahlen.

Urs Hofmann hält sich die Augen zu, während Genossen die roten Abstimmungskarten in die Höhe halten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Vor der Aufgabe scheut sich Hofmann nicht. Er will bloss mögliche Gegenstimmen nicht sehen. Diese gibt es aber nicht. SRF / Barbara Meyer

Der Aargauer Sozialdemokrat Urs Hofmann hat Lust auf eine weitere Legislatur als Regierungsrat, das merkt man am Parteitag in Aarau. Mit seiner Arbeit in der letzten Legislatur ist der Aarauer zufrieden.

Er streicht dabei im Gespräch mit Radio SRF den Finanzausgleich hervor, den Einsatz für das Gewerbe in der Finanzpolitik aber auch die Einstellung von zusätzlichen Polizisten im Kanton. Natürlich hätten ihn einige Entscheide des Grossen Rates kurzfristig «gewurmt», das gehöre aber einfach dazu.

Hofmann glaubt an gleich bleibende Sitzverteilung

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Bildlegende: Seit 2009 sitzt der Aarauer Urs Hofmann in der Kantonsregierung. Und er soll bleiben, findet auch seine Partei. David Zehnder

Ob er bei einer Wiederwahl das Departement Volkswirtschaft und Inneres verlassen möchte und das frei werdende Amt des Finanzdirektors übernehmen möchte, liess Urs Hofmann bei der Nomination am Dienstag noch offen.

Dass die SVP einen zweiten Sitz anstrebt, auf Kosten der Linken, hätte für ihn bei einer Wiederwahl natürlich Konsequenzen, betont Hofmann. Dabei wäre die Departements-Verteilung seiner Meinung nach entscheidend. Hofmann betont im Gespräch, er schätze die Arbeit in der aktuellen Fünf-Parteien-Regierung und er glaube nicht, dass es zu einer Umverteilung auf Kosten eines der beiden linken Sitze komme.

«Wahlkampf gehört einfach dazu»

Obwohl die SVP einen Sitz auf Kosten der Linken anstrebt, muss sich Urs Hofmann kaum Sorgen um sein Amt machen. Er sitzt fest im Sattel und wird auch von den politischen Gegnern geschätzt. Ein intensiver Wahlkampf sei dennoch unverzichtbar, so Hofmann. «Bei Wahlen ist man nie ganz sicher und es gehört auch zur demokratischen Auseinandersetzung, dass man sich den Wählerinnen und Wählern stellt und im Wahlkampf zeigt, was man erreicht hat in den vergangenen vier Jahren».

Zugpferd auch für die Parlamentswahlen

Für Cédric Wermuth, Co-Parteipräsident der SP Aargau, ist ein grosser Wahlkampf für Urs Hofmann unverzichtbar. Nicht zuletzt auch, weil die SVP einen Sitz auf Kosten der Linken erobern möchte. «Das wäre verheerend. Denn wenn in der Regierung die Stimme für den Sozialen Aargau mit Urs Hofmann fehlen würde, dann bekäme der Bildungsabbau noch mehr Aufschwung».

Dies gelte es mit allen Mitteln zu verhindern und Urs Hofmann habe in der Vergangenheit bewiesen, «dass er auch im Gegenwind seine Politik und unsere Werte durchsetzen kann.»

Für Wermuth ist Hofmann ein wichtiges Zugpferd auch für den Grossrats-Wahlkampf. «Er ist eine der glaubwürdigsten SP Politikern der Schweiz und für uns ein sicherer Wert», so Wertmuth weiter.

Köpfe zu den Aargauer Regierungsratswahlen 2016

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 06:32 Uhr)