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Regierungswahlen Aargau Roth im Regierungsrat: Die Reaktionen

Franziska Roth von der SVP hat das Rennen gemacht, ist neue Regierungsrätin. Damit kommt die stärkste Partei im Aargau nach Jahren zu ihrem angestrebten, zweiten Regierungssitz. Wie es zu diesem Resultat gekommen ist, das sehen die Siegerin und die Verliererinnen leicht unterschiedlich.

Franziska Roth mit Blumenstrauss
Legende: Strahlende Siegerin: Franziska Roth (SVP) schafft den Sprung in den Regierungsrat. Keystone

Für die strahlende Siegerin Franziska Roth ist klar: «Ich bin echt. Das wurde vom Wahlvolk honoriert.» Sie habe als Persönlichkeit diese Wahl gewinnen können, so die Analyse von Franziska Roth im Interview mit SRF.

Schlussresultat: Aargauer Regierung zweiter Wahlgang

Kandidaten

Stimmen
Franziska Roth (SVP)
61'160
Yvonne Feri (SP)
51'344
Maya Bally (BDP)
39'788
Jil Lüscher (parteilos)
5'800
Pius Lischer (parteilos)

1'383

Parteiwahl oder Persönlichkeitswahl?

Genau dieser Punkt bleibt auch nach der Wahl umstritten. Roth hat praktisch keine politische Erfahrung, war vor diesem Wahlkampf im Kanton völlig unbekannt. SRF-Redaktor Stefan Ulrich vermutet deshalb, dass die Wahl von Franziska Roth vor allem eine Wahl der SVP bedeutet. «Die SVP ist die weitaus stärkste Partei im Kanton. Sie hat Anspruch auf einen zweiten Sitz in der Regierung. Und ich glaube, das haben die Menschen auch so gesehen und deshalb den Namen Roth auf den Wahlzettel geschrieben.»

Einen weiteren Aspekt bringt die unterlegene BDP-Kandidatin Maya Bally ins Spiel. Auch sie sieht in der Wahl von Franziska Roth vor allem eine Wahl der SVP-Kandidatin: «Bei Franziska Roth hat offenbar die Parteitaktik gewonnen. Denn es hatten sehr viele Angst, dass links gewählt würde, wenn man sich nicht auf Franziska Roth konzentiert.»

Ein Indiz für diese These liefert die FDP: Sie hatte sich im Vorfeld der Wahlen äusserst kritisch zur SVP-Kandidatin Roth geäussert, sie sogar als «unwählbar» taxiert. Vor dem zweiten Wahlgang aber hat die gleiche FDP Franziska Roth dann ganz offiziell zur Wahl empfohlen. Die CVP hatte sich zu keiner Wahlempfehlung durchringen können.

«Kampfansage» von links

Enttäuschung ist auf der linken Seite, bei Yvonne Feri von der SP zu spüren. Sie liegt knapp 10'000 Stimmen hinter Franziska Roth auf dem zweiten Platz. «Wir haben aus meiner Sicht einen sehr guten Wahlkampf gemacht. Ich habe viel mehr Stimmen gemacht als noch im ersten Wahlgang.»

Tatsächlich kommt Feri mit etwa 32 Prozent der Stimmen weit über die angestammte Wählerschaft von SP und Grünen hinaus. Allerdings konnte die pointiert links politisierende Feri in der Mitte wohl zu wenig mobilisieren.

«Es ist jetzt so», sagt Feri. Und fügt sogleich an: «Wir müssen jetzt schauen, wie Frau Roth ihren Job machen wird. Wie sie Lösungen präsentieren wird. Das hat sie nämlich bisher in den Interviews und ihrer Wahlkampagne noch nicht gemacht.» Die bei den Parlamentswahlen erstarkte Linke wird der neuen Regierungsrätin wohl besonders genau auf die Finger schauen.

Einfluss Kandidatur Bally?

Yvonne Feri und andere SP-Vertreter machen nach der Wahl die BDP-Kandidatin Maya Bally für den Sieg von Franziska Roth verantwortlich. Sie habe Yvonne Feri Stimmen «abgenommen». Bally reagiert gelassen: «Hätte die Linke gewonnen, dann wäre ich für die Rechten die Schuldige. Ich kann damit leben. Wir haben eine Auswahl geboten.»

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