Rothrister Rennfahrer Fabio Leimer hofft noch auf Formel 1

Nach über 30 Jahren hat mit Fabio Leimer wieder ein Schweizer den Weltmeistertitel in der GP2-Serie gewonnen. Der 24-jährige Rothrister konnte in seiner dritten GP2-Saison endlich den lange angestrebten Titel gewinnen. Trotzdem ist sein grosses Ziel, der Sprung in die Formel 1, noch sehr ungewiss.

Stolzer GP2-Gewinner nach dem letzten Rennen in Abu Dhabi: Fabio Leimer aus Rothrist. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Stolzer GP2-Gewinner nach dem letzten Rennen in Abu Dhabi: Fabio Leimer aus Rothrist. Keystone

Fabio Leimers fahrerische Qualitäten dürften nun tatsächlich sehr bekannt sein, daran fehlt es sicher nicht. Allerdings fehlt es am der nötigen finanziellen Unterstützung, Leimer hat bisher keinen Sponsor für die Formel 1 gefunden. Und ohne Sponsor ist eine Anstellung bei einem F1-Team eher unwahrscheinlich, da sich viele Teams in finanzieller Schieflage befinden.

Für Fabio Leimer ist das allerdings kein Grund, sein grosses Ziel, den Sprung in die Formel 1, aufzugeben, wie er im Interview mit dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF betont: «Ich habe mich für diesen Weg entschieden und kann nun nicht einfach aufgeben.»

In der Schweiz zu wenig Prestige

Dass Leimer, trotz dem GP2-Titel, bisher keine konkreten Angebote für die Formel 1 hat, das hat wohl mehrere Gründe. Einerseits habe der Autorennsport in der Schweiz eher wenig Prestige, meint Leimer: «Wenn ich zum Beispiel in Brasilien wohnen würde, dann wäre ich mit dem GP2-Titel nun ein Superstar.»

Auf der anderen Seite sei halt wirklich das Geld der entscheidende Faktor, ohne Sponsor keine Formel 1. Aber es gebe ja auch noch andere Varianten, gibt sich Leimer im Gespräch zuversichtlich: «Allenfalls könnte ich in der Formel 1 Ersatzfahrer werden, oder sonst wäre auch die Deutsche Tourenwagen Meisterschaft oder Langstreckenrennen eine Option.»

Momentan keine Zeit zum Hirnen

Gedanken mache man sich natürlich schon darüber, dass die weitere Karriere eher ungewiss ist, gibt Leimer zu: «In anderen Sportarten kommst du, wenn du die zweithöchste Liga gewinnst, auf jeden Fall in die höchste Liga.» Aber momentan habe er zum Glück gar nicht so viel Zeit zum Nachdenken.

Fabio Leimer musste nämlich unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Abu Dhabi in die RS einrücken und ist dort nun ständig beschäftigt, was er im Moment gar nicht so schlecht findet. Man müsse jetzt sowieso die nächsten vier bis fünf Wochen abwarten und dann weiterschauen.

Heimatort Rothrist bleibt wichtig

Der Rennsport-Zirkus sowohl in der GP2-Klasse als auch in der Formel 1 ist eine sehr reiseintensive Sache. Die Rennen finden quer über den Erdball verteilt statt, darum war Leimer immer sehr viel unterwegs. Allerdings kommt er zwischen den Rennen oder nach der Saison immer wieder sehr gerne zurück nach Rothrist, wo er mit seiner Freundin eine Wohnung hat.

«Ich bin hier geboren und aufgewachsen, meine Eltern, die Freundin und fast alle Kollegen sind hier, in Rothrist kann ich sehr gut entspannen. Ausserdem hat mich die Gemeinde Rothrist immer unterstützt, kurz: Ich fühle mich wohl hier.» Darum würde er wohl auch in Rothrist bleiben, falls es mit dem Sprung in die Formel 1 doch noch klappen würde.