SBB übt in Olten den Notfall im neuen Gotthardtunnel

Der Gotthard-Basistunnel ist im Schweizer Schienennetz ein Spezialfall. Im 57 Kilometer langen Tunnel kommunizieren Lokführer und Zugpersonal direkt und nicht via Fahrdienstleiter. Dies und noch vieles mehr wird in Olten geübt.

Rein statistisch rechnet die SBB nur alle 100 Jahre mit einem Brandfall im Gotthard. Der Umgang mit diesem seltenen Ereignis muss aber trotzdem geübt werden. Rund 2800 SBB-Angestellte wurden deshalb in Olten in den letzten Monaten zu den Notsituationen im Gotthardtunnel geschult.

Dabei wird mit einer Computersimulation geübt. Die Teilnehmer versetzen sich am Computer in verschiedene Rollen und fahren mit einem virtuellen Zug durch den Gotthard-Basistunnel. Der Übungsleiter kann mit dem Programm dann beispielsweise einen Kofferbrand simulieren.

Die Lokführer, Zugbegleiter und Zugchefs müssen auf die Ereignise richtig reagieren. «Mit der Schulung am Computer können wir viel Zeit sparen. Ein Training für so viele Leute wäre im echten Tunnel nicht möglich», sagt der Ausbildungsverantwortliche François Rast.

Besonders im Gotthard-Basistunnel ist der Umstand, dass der Lokführer und das Zugpersonal direkt per Handy miteinander kommunizieren. Normalerweise erfolgt die Kommunikation auf dem SBB-Netz über die Leitstelle. Eine schnelle Kommunikation ist im 57 Kilometer langen Tunnel besonders wichtig.

In Olten werden jedoch auch noch andere Situationen geübt. Beispielsweise, dass die Klimaanlage immer funktioniert - im Tunnel betragt die Temperatur nämlich immer bis zu 38 Grad. Hauptpunkt der Ausbildung ist jedoch eine gute Kommunikation zwischen allen Beteiligten.