Schulstart: Änderungen für Aargauer und Solothurner Schüler

73'5000 Schülerinnen und Schüler sind im Aargau am Montag ins neue Schuljahr gestartet. Das sind 2,2 Prozent mehr als letztes Jahr. Sie werden von rund 8250 Lehrpersonen unterrichtet. Erstmals treten Schüler nach sechs Jahren Primar in die verkürzte Oberstufe über. Die Umstellung war nicht einfach.

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Bildlegende: Für 73'500 Schüler im Aargau und für rund 26'000 im Kanton Solothurn war am Montag Start ins neue Schuljahr. Keystone

Vor einem Jahr hat der Aargau auf das schweizweite Schulsystem mit sechs Jahren Primar- und drei Jahren Oberstufe gewechselt. Am Montag treten nun die ersten Sechstklässler in die neue, dreijährige Oberstufe über. Damit geht im Aargau eine grosse strukturelle Reform zu Ende.

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Zahlen zum Schulstart Aargau

  • 8'250 Lehrerinnen und Lehrer
  • 73'500 Kinder und Jugendliche
  • 3'989 Klassen
  • 14'100 Kinder besuchen den Kindergarten
  • 39'000 besuchen die Primarschule
  • 20'400 die Oberstufe

Der Aargauer Bildungsdirektor Alex Hürzeler gab sich an einer Medienkonferenz zum Schulstart zufrieden mit dem Verlauf der Reformarbeiten. In Lenzburg dankte er vor den Medien allen beteiligten Personen für die Zusammenarbeit: «Ich bin sehr zufrieden, dass wir diese Umstellung so schnell und glatt geschafft haben.»

Keine einfache Umstellung

Die Aargauer Schulreform war für alle in involvierten Stellen und Personen ein grosses Stück Arbeit. Seit das Volk 2012 der Änderung auf das System 6/3 zugestimmt hat, mussten viele Dinge angepasst werden. Neben der Schulraumplanung, welche einzelne Gemeinden vor grosse Herausforderungen stellt, mussten auch viele Lehrerpensen neu verhandelt werden.

Die Personalfragen gehörten zu den schwierigsten, sagt Christian Aeberli, der Leiter der Abteilung Volksschule: «Wegen der Verkürzung wurden einige Lehrerstellen quasi 'überflüssig', da die Pensen schlicht nicht mehr vorhanden waren.» Hier hätte man individuell nach passenden Lösungen suchen müssen. Zum Beispiel, dass Oberstufenlehrer einzelne Lektionen in der Primarschule übernehmen.

...und dann kam noch das Sparpaket dazu

Die 6/3-Reform bedeutete viel Arbeit aber auch Unsicherheit bei den Betroffenen. Hinzu kommt, dass der Kanton Aargau mitten in den Umsetzungsarbeiten ein Sparpaket, eine sogenannte Leistungsanalyse, beschlossen hat. Die Sparübungen verschonen auch den Bereich Bildung nicht.

Die zeitliche Koordination sei nicht optimal gewesen, findet auch Bildungsminister Hürzeler: «Ich bedaure, dass wir die Reform nicht mit den ursprünglich geplanten Mitteln umsetzen konnten.» Sowohl Alex Hürzeler als auch Christian Aeberli hätten gespürt, dass die Unsicherheit bei den Lehrpersonen noch stärker angestiegen ist durch das Sparpaket, sagen beide gegenüber Radio SRF:

«  Die zusätzlichen neuen organisatorischen Aufgaben haben schon zu Unruhe geführt.  »

Alex Hürzeler
Bildungsdirektor Kanton Aargau

«  Die Situation wurde durch das Sparpaket schwieriger und schlug auch auf die Motivation einzelner Lehrkräfte durch.  »

Christian Aeberli
Leiter Abteilung Volksschule

Trotzdem sei die Reform gut gelungen und nun wolle man der Schule nun eine Verschnaufpause gönnen. Die Einführung des neuen Lehrplans 21 soll im Aargau noch etwas aufgeschoben werden, sagt Hürzeler. So könne die Schule nun etwas zur Ruhe kommen.

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Erste neue Bez seit 30 Jahren

Erste neue Bez seit 30 Jahren

In Niederrohrdorf nahm die Bezirksschule Rohrdorferberg den Betrieb auf. Es ist die erste neue Bez im Aargau seit 30 Jahren. Die Stadt Baden will die Schüler vom Rohrdorferberg nicht mehr, da sie ihren Schulraum selber braucht. Deshalb haben Oberrohrdorf, Niederrohrdorf, Remetschwil und Bellikon ein Oberstufenzentrum für Real, Sek und Bez gebaut.

Ob das allerdings voll und ganz gelingt ist offen. Gemäss Bildungsdirektor Hürzeler kommen vermutlich auch auf die Schule weitere Sparmassnahmen zu. Der Kanton sei nach wie vor in einer finanziell angespannten Situation und auch die Schule müsse allenfalls weitere Einsparungen machen können, auch wenn das dann einen Qualitätsrückgang bedeuten sollte, findet er.

Mehr Schüler an der Aargauer Volksschule, weniger im Gymi

Im Schuljahr 2015/2016 gibt es im Aargau leicht mehr Kinder und Jugendliche. Vor allem im Kindergarten und in den ersten Primarschulklassen gibt es dieses Jahr mehr Kinder als sonst. Der Kanton erwartet, dass sich dieser Trend fortsetzt, aufgrund der Geburtenzahlen und der Bevölkerungsentwicklung.

Etwas gleich viele Schüler wählten eine Lehre. Den grössten Anstieg spürt man im Bereich Gesundheit und Soziales. Hier haben 1041 Jugendliche eine Ausbildung gewählt (+ 5,3 Prozent).

Die Zahlen beim Gymnasium (Kantonssschule) sind leicht rückläufig. Die Zahl der Schulabgänger ist gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken (- 1,6 Prozent). Das ist mit ein Grund für diese Entwicklung, heisst es beim Kanton.

Kanton Solothurn mit neuen Sek-Stufen

Im Kanton Solothurn sind am Montag total 26'000 Kinder gestartet. Den allerersten Schultag hatten 2470 Kinder. Im Kindergarten waren es rund 2500 Kinder, die ihren ersten «Schultag» erlebt haben.

Neu ist im Kanton Solothurn für 2200 Jugendliche der Sekundarstufe 1, dass ihre Anforderungsniveaus anders heissen. Sie besuchen neu die Stufen der Sek B, Sek E oder oder Sek P.

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Sparen bei den Schülern

4:06 min, aus 10vor10 vom 10.8.2015