Segelfliegen: Solothurner Pilot bleibt einer der Besten

Markus Gäumann von der Segelfluggruppe Solothurn ist elffacher Schweizermeister. Bei den Meisterschaften 2016 in Schänis hat er jetzt nur den zweiten Rang erreicht. Eine Niederlage für den erfolgsverwöhnten 64-Jährigen?

Segelflieger auf dem Birrfeld (2002, Symbolbild) Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Bei der Schweizermeisterschaft im Segelfliegen überfliegen die Piloten die halbe Schweiz. Ein Posten war das AKW Gösgen. Keystone

«Nachdem ich elfmal gewonnen habe, ist ein zweiter Rang immer noch ein sehr gutes Resultat für mich, und ich freue mich, wie wenn ich gewonnen hätte», sagt Markus Gäumann im Interview mit dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF.

Die Konkurrenz sei ausserordentlich gut gewesen und es sei ihm nicht so gut gelaufen, begründet der pensionierte Zahnarzt sein diesjähriges Abschneiden. Gäumann spricht von den wechselnden Aufwinden und vom Rythmus, den er nicht gefunden habe.

«  Manchmal ist einfach der Wurm drin. Das ist beim Sport einfach so.  »

Markus Gäumann
Pilot der SG Solothurn

Gäumann ist als Mitglied der Segelfluggruppe Solothurn in der offenen Klasse gestartet, der Königsklasse im Segelfliegen, bei der die leistungsfähigsten Flugzeuge dabei sind. Ziel war es, möglichst schnell verschiedene Posten anzufliegen.

Eine Tagesaufgabe war beispielsweise, von Schänis zum Kühlturm des AKW Gösgen, dann nach Saint-Imier und wieder zurück nach Schänis zu fliegen. Das sei eine verhältnismässig kleine Aufgabe, sagt Markus Gäumann. An Meisterschaften gelte es, Aufgaben von 150 bis zu 1000 Kilometer zurückzulegen.

35 Jahre - und noch lange nicht genug

1981 ist Markus Gäumann das erste Mal bei einer Schweizer Meisterschaft gestartet. Er ist noch immer fasziniert von seinem Hobby:

«  Segelfliegen ist auch nach 35 Jahren nicht langweilig. »

Markus Gäumann
Vize-Schweizermeister Segelfliegen Offene Klasse

Der Schönbühler erwähnt die technische Entwicklung im Segelflugsport, wie in den letzten Jahren die Computer-Technologie Einzug gehalten habe. Segelfliegen mit GPS sei ganz anders als früher – «ein Quantensprung».

Nächstes Ziel: England

Angesprochen auf sein Alter gibt der 64-Jährige zu, er mache sich Gedanken, mit dem Fliegen aufzuhören. Im Vordergrund stehen dabei aber sportliche Gründe: «Ich kann mir nicht vorstellen, nur so zur Freude zu fliegen. Meine grosse Leidenschaft ist wirklich der Wettbewerb. Wenn ich da sehe, dass ich keine Chance mehr habe, werde ich freiwillig aufhören.»

Noch ist es nicht soweit. Im August startet Markus Gäumann in England an der Vor-Europameisterschaft. Die EM 2017 in der Nähe von London ist das nächste grosse Ziel des elffachen Schweizer Meisters.