So schnell wie ein Auto: Stundenweltrekord in Grenchen

Die ganze Radsport-Welt blickt am Sonntag nach Grenchen: Im Velodrome greift der Australier Rohan Dennis den Stundenweltrekord an. Ein ganz besonderer sportlicher Test, für den sich nicht Radfahrer, sondern auch Austragungsorte kämpfen.

Radfahrer Dennis bei einem Strassenrennen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Er will der schnellste sein: Der Australier Rohan Dennis vom BMC-Team. zvg

Eine Stunde lang Runden drehen - ganz allein: So macht man einen Stundenweltrekord im Radsport. Allerdings: Man muss ganz schön schnelle Runden drehen. Der aktuelle Rekord liegt nämlich bei 51,852 Kilometer. Wer also mithalten will, muss mit seinem Rad so schnell fahren wie ein Auto innerorts fahren darf.

Diesen Versuch wagt am Sonntag der junge Australier Rohan Dennis vom BMC-Team. Der Führende im UCI World Tour Ranking greift den Rekord des Österreichers Matthias Brändle vom Oktober 2014 an. Für seinen Rekordversuch hat sich der Australier das Velodrome in Grenchen ausgesucht.

Das Publikum hilft mit

Radfahrer winkt, Publikum jubelt Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Tolle Erinnerungen: Das Publikum feiert den Rekord von Jens Voigt im September 2014 im Velodrome. Keystone

«Wir freuen uns sehr über diesen weltweit ausstrahlenden Prestige-Event», sagt Michèle Tanner vom Velodrome Suisse dazu. Grenchen hat bereits positive Erfahrungen mit der Rekordjagd gemacht: Im September 2014 fuhr auf dieser Bahn der deutsche Jens Voigt seinen Rekord von 51,115 Kilometern.

«Das war eine riesige Stimmung. Das Publikum ist für den Fahrer sehr wichtig», sagt Michèle Tanner. «Vor allem beim Start, aber auch in den letzten Minuten braucht der Fahrer die Unterstützung der Menge.» Immerhin ist er sonst völlig auf sich alleine gestellt, «allein mit sich und seinen schmerzenden Beinen», wie Tanner meint.

Offensichtlich ist der Stundenweltrekord aber auch für das Publikum ein spannender Anlass. Beim Rekord von Jens Voigt war das Velodrome Suisse jedenfalls praktisch bis auf den letzten Platz besetzt. Tanner hofft natürlich, dass dies am Sonntag wiederum der Fall sein wird.

Grenchen hat eine schnelle Bahn

Warum wählen die ambitionierten Radsportler denn Grenchen als Austragungsort für ihre Rekordversuch? Michèle Tanner meint: «Wir haben eine schnelle Bahn.»

Tanner hofft deshalb, dass Rohan Dennis den aktuellen Rekord am Sonntag knacken kann. Vor allem aber hofft sie natürlich, dass auch in Zukunft möglichst viele Radrennfahrer den Rekord erneut brechen wollen. Und dies dann auch in Grenchen versuchen.