Solothurn: Museum Altes Zeughaus wird selbstständig

Bald wird das kantonale Museum seine Rüstungen und Waffen wieder präsentieren können. Der Umbau ist so gut wie abgeschlossen. Nach dem Haus wird jetzt aber auch noch die Organisation umgebaut. Der Kantonsrat hat am Dienstag beschlossen, dass das Museum künftig selber walten und schalten darf.

Sehr altes Haus in einer Altstadt Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das gut 400 Jahre alte Museum Altes Zeughaus ist seit Herbst 2014 geschlossen. Im Juni 2016 wird es wieder öffnen. SRF

Noch ist das altehrwürdige Haus in der Solothurner Altstadt geschlossen. Seit September 2014 wird das Alte Zeughaus umgebaut. Ab dem 17. Juni 2016 wird die wohl grösste Ausstellung historischer Rüstungen und Waffen dann wieder zu sehen sein – in einem komplett neuen Kleid.

Die Sanierung hat Auswirkungen auf den künftigen Betrieb des Museums. Die Solothurner Regierung erwartet dank der attraktiveren Ausstellung viel mehr Publikum als früher. Deshalb wollte sie das Museum auch rechtlich auf neue Beine stellen.

Museum als öffentlich-rechtliche Anstalt

Bislang war das Alte Zeughaus Teil der Kantonsverwaltung. Das sei nicht mehr zeitgemäss, fand die Regierung: «Damit eine unternehmerische Betriebsführung möglich wird, müssen Aufgaben, Kompetenzen, Verantwortung und Budgethoheit in Zukunft vereint sein», schrieb sie in ihrem Antrag an das Parlament.

Neu wird das Museum Altes Zeughaus nun eine öffentlich-rechtliche Anstalt, so wie bereits das Schloss Waldegg oder die Zentralbibliothek Solothurn. Das heisst: Das Museum organisiert sich selber und führt eine eigene Rechnung.

Museums-Gebäude gehört weiterhin dem Kanton

Der Solothurner Kantonsrat hat am Dienstag der neuen Organisationsform mit 93 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen zugestimmt. Nur mit mehr Eigenverantwortung könne das Museum auch in Zukunft überleben, wurde betont.

Geld sparen kann der Kanton damit nicht. Er wird auch künftig massgeblich an die Finanzierung des Museums beitragen. Um seine Interessen zu wahren, wird der Kanton mit Fachpersonen im Aufsichtsgremium der neuen Anstalt vertreten sein. Dieser Museumsrat wird von der Regierung gewählt.

Schon früher ein Waffenlager

Das heutige Museumsgebäude in der Solothurner Altstadt wurde zwischen 1609 und 1614 erbaut und diente bis 1798 als Waffen- und Rüstungslager für die Bürger und den Söldnerhandel. Aus dieser Zeit stammt ein grosser Teil der heutigen Sammlung, so auch die international bekannte Harnischsammlung mit rund 400 Rüstungen.

Dazu umfasst die Sammlung viele Hieb- und Stichwaffen, Stangenwaffen, Schusswaffen, Artillerie, Fahnen, Uniformen und andere Militaria. Gesammelt werden vor allem Militärsachen solothurnischer Provenienz und solche, die im Zusammenhang mit der solothurnischen Geschichte stehen und aus der Zeit des Mittelalters bis 1874 stammen.