Solothurn: Ohne Ausbildung pflegen – auch das will gelernt sein

Es ist eine Herausforderung: Den Partner pflegen, wenn man selber Rentner ist. Oder jemanden regelmässig beim Aufstehen helfen, obwohl man selber körperlich nicht der Stärkste ist. Um solche Situationen besser zu meistern, bieten die Solothurner Spitäler einen Kurs an.

«Wir hatten einen 85-jährigen Mann, der sich vorbereiten wollte, wenn seine Frau nach einer Hüftoperation wieder nach Hause kommt.» Kathrin Reinli ist Präventionsleiterin der Solothurner Spitäler. Sie sitzt an einem Tisch in ihrem Büro im Bürgerspital Solothurn und erzählt, wer so alles beim ersten Kurs «Sich entlasten und wirksam helfen» dabei war.

Einfacher als man oft meint

Es ist ein Kurs, der Anfang 2016 schon einmal durchgeführt wurde und nun erneut angeboten wird, wegen der grossen Nachfrage. Dabei geht es unter anderem um Hebetechniken oder andere kleine Tipps und Tricks im Alltag. Oft brauche es weniger Kraft und Aufwand, als man meine, fügt Reinli hinzu.

Der Kurs richtet sich vor allem an Menschen, die regelmässig andere Menschen pflegen, selber aber keine Ausbildung im Pflegebereich haben. Eben beispielsweise Rentner, die ihren Partner oder ihre Partnerin pflegen.

Wegweiser zum Kurs Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Am Mittwochabend findet der erste der beiden Kursabenden im Bürgerspital Solothurn statt. Bähram Alagheband/SRF

Im Kurs, der an zwei Abenden stattfindet, geht es aber auch um den Austausch der Teilnehmer untereinander. «Das hilft, um mit der psychischen Belastung besser umgehen zu können», erklärt die Präventionsleiterin der Solothurner Spitäler.

Das belaste – neben der körperlichen Herausforderung – die Pflegenden natürlich ebenfalls. Der aktuelle Kurs beginnt am Mittwochabend. Weitere Kurse sind geplant.