Solothurner Grossfusion spaltet Parteien

Eine brisante Konstellation: Ulrich Bucher ist Co-Präsident des Komitees gegen die Grossfusion von Solothurn, während Gilbert Ambühl das Komitee anführt, welches sich für die Fusion einsetzt. Beide sind ehemalige Gemeindepräsidenten von Zuchwil, und beide sind in der SP.

Brochuren zur Fusion vor Stadtansicht Solothurn Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Idee: Die Stadt Solothurn soll mit den Nachbargemeinden Zuchwil, Biberist, Luterbach und Derendingen fusionieren. Keystone/Montage SRF

Noch zehn Wochen, dann stimmen Solothurner, Zuchwiler, Biberister, Luterbacher und Derendinger darüber ab, ob sie fusionieren wollen. Eine Stadt mit 43'000 Einwohnern könnte entstehen – eine grosse Sache also, doch ein grosses Thema ist die geplante Fusion bislang kaum. Von den 43'000 Einwohnern haben sich nur gerade 190 an der Vernehmlassung beteiligt, Diskussionen in der Öffentlichkeit finden nicht statt.

Nun treten zwei Komitees gegen das Desinteresse und die Passivität an. Am Montag hat sich in Luterbach das Gegen-Komitee den Medien präsentiert. Ein Pro-Komitee will sich auch bald vorstellen. Und beide wollen den bislang lahmen Abstimmungskampf befeuern.

Pro und Kontra durch alle Parteien hindurch

Auffallend: In beiden Komitees mischen Vertreter aus praktisch allen grossen Parteien und Gemeinden mit. Die Listen von Gegnern und Befürwortern zeigen: Die geplante Fusion spaltet sehr.

Das beste Beispiel dafür sind Gilbert Ambühl und Ulrich Bucher. Beide sind ehemalige Gemeindepräsidenten von Zuchwil, beide sind in der SP, beide im Vorstand der Ortspartei. Eigentlich sollten Ambühl und Bucher das politische Heu auf der gleichen Bühne haben, könnte man meinen. Doch während Bucher als Co-Präsident des gegnerischen Komitees auftritt, will Ambühl das Pro-Komitee ins Leben rufen.

Lebendige Demokratie

Beide sehen darin kein Problem. Man dürfe ja noch unterschiedlicher Meinung sein, meint Ulrich Bucher trocken. Es sei Abbild einer lebendigen Demokratie, meint Gilbert Ambühl.

Beide hoffen aber, dass ihr Engagement den lahmen Abstimmungskampf endlich zu wecken vermag. Bereits am 8. Dezember finden in allen fünf Gemeinden Gemeindeversammlungen statt. Je nach Ausgang kommt es im Februar zu Urnenabstimmungen.