Wahlen Stadt- und Gemeinderäte Spannender Wahlherbst in Aargauer Gemeinden

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Bildlegende: Plakate in Aarau: In Aarau, Baden und Wohlen wird unter anderem das Amt des Stadtpräsidenten neu besetzt. Christiane Büchli/SRF

In der Kantonshauptstadt Aarau werden sowohl die Wahl in den Stadtrat, als auch jene fürs Stadtpräsidium spannend. Im siebenköpfigen Stadtrat müssen drei Sitze neu bestimmt werden. Neben SP-Stadtpräsidentin Jolanda Urech treten auch Lukas Pfisterer (FDP) und Regina Jäggi (SVP) nicht mehr zur Wahl an.

Aarauer Stadtrat könnte nach links kippen

Alle Parteien versuchen diese Sitze zu verteidigen. Die SP steigt mit Einwohnerrat Daniel Siegenthaler ins Rennen. Die FDP setzt auf Suzanne Marclay-Merz, die bisher kein politisches Mandat hatte. Und die SVP schliesslich tritt mit Simon Burger an, auch er sitzt bereits im Einwohnerrat.

Aarauer Kandidaturen im Überblick

Name und Partei der Kandidat/inkandidiert auch für Stadtpräsidiumkandidiert auch für Vize-Stadtpräsidium
Daniel Siegenthaler (SP, neu)x
Franziska Graf (SP, bisher)

Silvia Dell'Aquila (Wilde Kandidatin, SP)

Angelika Cavegn Leitner (Pro Aarau, bisher)x
Hanspeter Hilfiker (FDP, bisher)x
Susanne Marclay-Merz (FDP, neu)

Werner Schib (CVP, bisher)
x
Simon Burger (SVP, neu)
x
Hanspeter Thür (Grüne, neu)
x

In den Kampf um die drei freien Sitze in der Aarauer Stadtregierung steigen aber noch zwei weitere Personen ein. Die Grünen portieren mit Hans Peter Thür einen prominenten Namen. Der ehemalige Datenschützer des Bundes ist national bekannt und dürfte durchaus Chancen auf eine Wahl haben. Mit Silvia Dell'Aquila kandidiert eine weitere SP-Vertreterin, jedoch auf privater Basis als wilde Kandidatin.

Wegen der beiden zusätzlichen linken Kandidaturen ist es in Aarau nicht ausgeschlossen, dass die Stadtregierung im September nach links rutschen könnte.

In Baden dreht sich der Wahlkampf um den Stadtammann

In der Stadt Baden gibt es in der siebenköpfigen Regierung nur einen Sitz neu zu besetzen. Darum kämpfen einerseits die FDP, deren Stadtrat Roger Huber zurücktritt. Sie schickt mit Andrea Libardi und Philippe Ramseier zwei Personen ins Rennen. Daneben greift aber auch die SP den Sitz der Freisinnigen an, und zwar mit Karin Bächli, langjähriger Einwohnerrätin und aktuell Vize-Präsidentin des Stadtparlamentes. Als vierte steigt die parteilose Sandra Kohler in den Tanz um den einen Sitz.

Richtig umkämpft ist aber vor allem das Amt des Stadtammans. Gleich drei Kandidaturen fordern den amtierenden Stadtammann Geri Müller (Grüne/Team Baden) heraus, der seinerseits für Konstanz sorgen möchte und deshalb nochmals antritt. Streitig machen im das Amt sein Stadtratskollege Markus Schneider von der CVP. Der heutige Vize-Ammann hatte vor vier Jahren den Kampf gegen Geri Müller verloren, nun greift er erneut an.

Badener Kandidaturen im Überblick

Name und Partei der Kandidat/inkandidiert auch für Stadtammannkandidiert auch für Vize-Stadtammann
Geri Müller, Team Baden, bisher
x
Markus Schneider, CVP, bisher
x
Ruth Müri, Team Baden, bisher


Regula Dell'Anno, SP, bisher

x
Matthias Gotter, CVP, bisher


Erich Obrist, parteilos, bisher
x
Karin Bächli Furter, SP, neu


Sandra Kohler, parteilos, neu
x
Andrea Libardi-Meier, FDP, neu


Philippe Ramseier, FDP, neu

x

Der parteilose Erich Obrist ist zwar erst seit 2016 im Stadtrat, dennoch stellt er sich jetzt zur Wahl als Ammann. Obrist war bis vor jener Wahl SP-Mitglied. Da er aber von der Partei nicht offiziell nominiert wurde, trat er aus und wurde gewählt. Er kann somit wohl auch auf Unterstützung von ausserhalb der SP zählen. Schliesslich möchte auch die parteilose Sandra Kohler Frau Stadtammann werden. Sie hatte bisher kein politisches Amt inne und gilt deshalb als Aussenseiterin.

Wer bringt als neuer Ammann Ruhe nach Wohlen?

Nach Querelen rund um den ehemaligen Gemeindeammann von Wohlen soll ein neuer Ammann die Wogen glätten. Um das Präsidium gibt es aber eine Kampfwahl. Zwei Kandidaten treten an. Zum einen Gemeinderat Arsène Perroud von der SP. Er sitzt seit vier Jahren im Rat. Zum anderen kandidiert der aktuelle Vize-Ammann Paul Huwiler von der CVP, welcher bereits seit zehn Jahren Gemeinderat ist. Huwiler hatte seine Ambitionen lange verneint und sich erst kurz vor Ablauf der Frist zur Kandidatur entschlossen.

Wohler Kandidaturen im Überblick

Name und Partei der Kandidat/inkandidiert auch als Gemeindeammannkandidiert auch als Vize-Ammann
Paul Huwiler, CVP, bisher
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Bruno Breitschmid, FDP, bisher


Ruedi Donat, CVP, bisher


Arsène Perroud, SP, bisher
x
Roland Vogt, SVP, bisher

x
Thomas Burkard, Grüne, neu


Ariane Gregor-Neff, CVP, neu


Dieter Stäger, FDP, neu


Auch die Ausgangslage bei den Gemeinderatswahlen ist speziell. Der Rat wird auf die neue Legislatur von sieben auf fünf Sitze verkleinert. Von den Bisherigen treten fünf nochmals an: Zwei von der CVP und je einer von FDP, SVP und CVP. Dazu kommen drei Herausforderer von Grünen, CVP und FDP. CVP und FDP wollen je einen zusätzlichen Sitz holen.

Dreikampf um Ammannamt in Brugg

In der Stadt Brugg wählt die Bevölkerung ebenfalls einen neuen Stadtammann als Nachfolger von FDP-Mann Daniel Moser, der nach sieben Jahren nicht mehr antreten wird. Für seine Nachfolge hat sich die FDP auf Titus Meier geeinigt. Der heutige Grossrat und Einwohnerrat von Brugg soll das Stadtpräsidium freisinnig halten.

Brugger Kandiaturen im Überblick

Name und Partei der Kandidat/in
kandidiert auch für Stadtammann
kandidiert auch für Vize-Stadtammann
Andrea Metzler, SP, bisher

x
Willi Däpp, SP, bisher


Leo Geissmann, CVP, bisher

x
Reto Wettstein, FDP, bisher


Richard Fischer, parteilos, neu
x
Barbara Horlacher, Grüne, neu
x
Titus Meier, FDP, neu
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Allerdings wird Meier herausgefordert. Barbara Horlacher von den Grünen steigt ebenfalls ins Rennen ums Stadtpräsidium, sie ist aktuell Präsidentin des Brugger Einwohnerrates. Und schliesslich hat sich auch Richard Fischer noch zu einer Kandidatur als Ammann entschlossen. Er wurde von seiner Partei, der FDP, nicht nominiert, ist deshalb ausgetreten und kandidiert nun als Parteiloser.