Spatenstich zum Milliardenprojekt in Luterbach

Es ist der Startschuss für ein Grossprojekt: Biogen beginnt im solothurnischen Luterbach mit dem Bau der neuen biopharmazeutischen Produktionsanlage. Eine Milliarde Franken investiert die weltweit tätige Firma, 400 Arbeitsplätze sollen entstehen. Später könnten es viele mehr sein.

Einen solch grossen Bahnhof erlebt Luterbach selten. Es kommt aber halt auch selten vor, dass eine US-Firma eine Milliarde im Dorf investiert. Unter anderem sind US-Botschafterin Suzi LeVine und Bundespräsident Johann Schneider-Ammann zum Spatenstich der Medikamenten-Fabrik von Biogen angereist.

Die Anlage in Luterbach spielt laut John Cox, Exekutive Vice President von Biogen, eine zentrale Rolle in der Strategie des Unternehmens. Biogen wolle ein zukunftsträchtiges globales Versorgungsnetz für Arzneimittel aufbauen. Das Unternehmen produziert bislang an zwei Standorten in den USA sowie an je einem in Grossbritannien und Dänemark.

Neues Leben auf Industriebrache

In einem ersten Schritt schafft Biogen in Luterbach 400 Arbeitsplätze. Auf dem Gelände hat es aber noch viel Platz. Sollte Biogen mit neu entwickelten Medikamenten zur Bekämpfung bzw. Verzögerung von Alzheimer und Multipler Sklerose Erfolg haben, könnte die Firma in Luterbach ausbauen.

Die biopharmazeutische Produktionsanlage wird auf einer riesigen Industriebrache hochgezogen. Auf dem Areal befand sich bis 2008 die Zellstofffabrik von Borregaard.

«Solothurn came out on top»

Der Kanton Solothurn als Besitzer der Industriebrache im Gebiet Attisholz Süd zog das Unternehmen Biogen gegen weltweite Konkurrenz an Land. Biogen war auf der Suche nach einem Standort für seine fünfte Produktionsanlage weltweit.

30 Standorte auf der ganzen Welt habe man geprüft, sagt Biogen-CEO George Scangos zu SRF: «Solothurn came out on top». Die Aussage dürfte die Solothurner Regierung freuen, die zu dritt beim Spatenstich anwesend war. «Ein Freudentag», frohlockte Landammann Roland Fürst.

Günstige Standortfaktoren

Mehrere günstige Standortfaktoren führten laut Biogen zum Entscheid, die Produktionsanlage in der Schweiz zu errichten. Das Unternehmen nennt qualifizierte Mitarbeitende, ein ausgezeichnetes Bildungssystem und die Nähe zur internationalen Biogen-Zentrale in Zug.

Die Produktionsanlage wird zunächst mit zwei Fertigungszellen mit jeweils vier Fermentern bestückt. Jeder dieser Tanks hat ein Fassungsvermögen von 15‘000 Litern. Der Zeitplan sieht vor, dass der Bau bis Ende 2018 abgeschlossen ist. Die Produktionsanlage soll 2019 in Betrieb gehen.