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Aargau Solothurn Stadion Aarau: Das Bundesgericht gibt grünes Licht

Das neue Fussballstadion Torfeld-Süd in Aarau kann gebaut werden. Das Bundesgericht hat die Beschwerde eines Anwohners gegen die Baubewilligung abgewiesen und damit den Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Aargau bestätigt. Es bleibt die Frage: Wann wird gebaut?

Legende: Video Grünes Licht für Stadion abspielen. Laufzeit 02:53 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 03.06.2016.

Das Bundesgericht kommt in seinem Urteil zum Schluss, dass die Grenzwerte für Lärm- und Luftimmissionen durch das Stadionprojekt nicht überschritten werden. Der Beschwerdeführer hatte die Doppelnutzung eines Personal-Parkhauses bei Grossanlässen im Stadion kritisiert.

Wie das Bundesgericht in seinem am Freitag publizierten Urteil ausführt, wird es zu 7200 zusätzlichen Fahrten pro Jahr kommen. Umgerechnet seien dies 20 Mehrfahrten pro Tag. Dies bewirke «keine wahrnehmbaren Lärmzunahme.»

Die Bundesrichter rechnen vor, dass es auch beim Ausstoss von Stickstoffdioxid nicht zu grossen Auswirkungen im Bereich der Wohnstrasse des Beschwerdeführers kommen werde.

Der Beschwerdeführer verliert auf der ganzen Linie

Das Lausanner Gericht hat darüber hinaus alle formellen Anträge abgewiesen. Es hält ausserdem fest, dass der Gestaltungsplan für das Projekt durch die Gerichte nicht mehr geprüft werden musste. Dies hatte der Anwohner verlangt. Gemäss Bundesgericht hatte er bereits bei der Auflage des Projekts die Möglichkeit gehabt, dagegen vorzugehen.

Der Spatenstich für das Projekt war ursprünglich für Herbst 2014 geplant gewesen. Das 10'000 Plätze zählende Fussballstadion Torfeld-Süd sieht Investitionen von 36 Millionen Franken vor.

Im Mantel des neuen Stadions sollen ein Einkaufszentrum sowie Büros, Wohnungen und Räume für Detailhandel und Gastronomie untergebracht werden. Zusammen mit dem neuen Fussballstadion entsteht im Gebiet Torfeld Süd – in einem ehemaligen Industriegebiet östlich des Bahnhofs Aarau – für 170 Millionen Franken ein völlig neuer Stadtteil.

Grosse Freude bei Stadt und Bauherrin

In einer ersten Reaktion zeigt sich der zuständige Stadtrat Lukas Pfisterer (FDP) hoch erfreut über das Urteil aus Lausanne. «Wir haben alles richtig gemacht, das ist jetzt durch die höchste Instanz bestätigt. Das ist auch eine Genugtuung.» Seit bald zwanzig Jahren laufe die Planung, «das ist jetzt mal ein wichtiger Punkt.»

Auch der Sprecher der Firma HRS Real Estate zeigt sich «erfreut, nicht nur froh» über den Entscheid. HRS wird das Stadion in Aarau bauen. Sprecher Sven Bradke kann allerdings noch keinen konkreten Bautermin nennen. «Wir mussten jetzt natürlich über Jahre mit diesem Projekt zuwarten und haben es nicht mehr aktiv weiter verfolgt», erklärt er die Situation der Planer.

Baubeginn bis in zwei Jahren?

Nun müsse das Projekt noch einmal überprüft werden. Vielleicht seien Anpassungen notwendig wegen neuer Vorschriften und Auflagen, so Bradke. Er betont: «Es ist auch in unserem Interesse, hier Klarheit zu schaffen.»

Der zuständige Stadtrat Lukas Pfisterer weist darauf hin, dass die nun rechtskräftige Baubewilligung nur zwei Jahre lang gültig sei. «Wir müssen den Baubeginn in den nächsten zwei Jahren machen, sonst verfällt die Baubewilligung.»

Natürlich könnte die Bauherrin des Stadions noch Anträge stellen auf eine Verlängerung dieser Frist. Sakrosankt ist der Termin also nicht. Es dürfte aber im Interesse aller Beteiligten sein, dass es – nach jahrelanger Verzögerung – nun endlich vorwärts geht.

Wer trägt das Risiko?

Das Fussballstadion im Torfeld Süd wird von der Firma HRS Real Estate AG gebaut. Den Betrieb und das finanzielle Risiko übernimmt später die Stadion AG Aarau. An dieser Firma beteiligt sind der Kanton, die Einwohnergemeinde und Ortsbürgergemeinde Aarau und HRS. Einen kleinen Anteil an der Firma sollen auch der FC Aarau und Dritte halten.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    So, nun kann auch Aarau dem alten (römischen) Slogan folgen: "Gebt ihnen Brot und Spiele, dann könnt ihr mit dem Volk alles machen"! Die Stadt Aarau könnte diese 36 Millionen Fr. bestimmt effizienter und für mehr Menschen, als nur für Fussball-Fans und Konsumenten, verwenden! Nun, als "alter Grufti" und ehemaliger Lehrling in diesen abgerissenen Industrie-Bauten an der Industrie/Buchser-Strasse, kann einem diese Geldverbraterei (mit Lärm und Verkehrs-Immissionen) eigentlich gleichgültig sein!
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