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Ständeratswahl Aargau «Mitte-Politik ist spektakulär»

Legende: Audio Marianne Binder zu den Chancen ihrer Kandidatur abspielen. Laufzeit 06:03 Minuten.
06:03 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 22.08.2018.

Marianne Binder soll für die CVP einen der beiden Aargauer Ständeratssitze holen. Sie wurde von den CVP-Delegierten am Dienstag einstimmig nominiert.

SRF News: Sie möchten in den Ständerat, haben aber als Grossrätin keine Erfahrung in der nationalen Politik. Warum soll Ihnen das gelingen?

Marianne Binder: Das ist sicherlich eine Herausforderung. Ich habe aber sehr wohl schon eine gewisse Erfahrung in Bern. Ich habe acht Jahre lang die Kommunikationsabteilung der CVP Schweiz geleitet. Ich kenne das Bundeshaus und den parlamentarischen Betrieb sehr gut. Ausserdem bin ich im Präsidium der CVP Schweiz. Und den Sprung von der kantonalen Politik direkt in den Ständerat haben auch schon andere geschafft.

Marianne Binder

Marianne Binder

Präsidentin CVP Aargau

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Die 60-jährige Politikerin sitzt seit 2013 für die CVP im Aargauer Grossen Rat. Seit 2016 präsidiert sie die CVP Aargau und gehört der Parteileitung der CVP Schweiz an. Marianne Binder war vor 2013 acht Jahre lang Kommunikationschefin der CVP Schweiz. Sie wohnt in Baden.

Die CVP hatte im Aargau bei den letzten Nationalratswahlen bloss einen Wähleranteil von 8,6 Prozent. Als Vertreter einer so kleinen Partei in den Ständerat zu kommen, klingt schwierig.

Gerade bei Majorzwahlen ist die Grösse der Partei nicht so relevant wie bei Proporzwahlen. Wir haben mit Markus Dieth ja auch einen Vertreter im Aargauer Regierungsrat.

Es kommt nicht auf die Grösse der Partei an.

Und im Ständerat hat die CVP immer noch die grösste Gruppe. Das beweist, dass es nicht unbedingt auf die Grösse der Partei ankommt.

Ihr Schwiegervater Julius Binder war für die CVP von 1979 bis 1987 im Ständerat. Ist der Name Binder in diesem Zusammenhang eher eine Last oder eine Chance?

Es sind grosse Fussstapfen. Die Partei hatte damals noch eine grössere Verankerung in der Bevölkerung. Wenn ich zurückdenke ins Jahr 1979, damals hatte die CVP einen Ständerat und vier Nationalräte. Seither hat die Partei viel Wähler verloren. Die Herausforderung wird sein, den Leuten zu zeigen, dass Mitte-Politik spektakulär ist. Kraft gibt mir, dass die Mehrheit der Schweizer keine extreme Position vertreten.

Ein Thema, das sie auch im Ständerat einbringen möchten, ist die Rechtsstaatlichkeit. Was meinen Sie damit?

Ich meine, dass wir im Moment von schwierigen Strömungen bedroht sind, im Zusammenhang mit der Migration. Da kommen Menschen zu uns aus sehr patriarchalen Strukturen. Sie kennen die Prinzipien unseres Rechtsstaats, Gleichheit und Freiheit, zu wenig.

Wir müssen eine anständige Debatte führen.

Ich finde es ist sehr wichtig diese Prinzipien des Rechtsstaats aufrecht zu erhalten. Darüber müssen wir sprechen. Wenn wir schweigen, geben wir den extremen Kräften Auftrieb. Als CVP müssen wir eine anständige Debatte führen, um solchen Kräften Einhalt gebieten.

Mit Pascale Bruderer tritt eine Frau ab. Zählen Sie auf den Frauen-Bonus?

Man soll mich wählen egal, ob ich eine Frau bin oder ein Mann. Natürlich würde ich gerne als Frau nach Bern gehen, aber ich finde das immer schwierig, wenn man darauf pocht, dass man etwas erreichen will, weil man eine Frau ist. Ich bin nicht für eine Frauen-Quote. Ich soll keinen Bonus haben, weil ich eine Frau bin, ich will sowieso überzeugen.

Das Gespräch führte Stefan Ulrich.

Die Situation bei den anderen Aargauer Parteien

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SVP: Die wählerstärkste Partei im Kanton wird wohl Hansjörg Knecht ins Rennen um einen Ständeratssitz schicken. Der Nationalrat wurde von der Parteileitung nominiert. Die Parteiversammlung nominiert ihn definitiv am 29. August 2018.

FDP: Noch ist nicht klar, ob der bisherige Ständerat Philipp Müller für weitere vier Jahre ins Stöckli will. Er wird sich bis Ende August entscheiden.

SP: Die Sozialdemokraten wollen den Sitz der abtretenden Pascale Bruderer verteidigen. Kandidieren möchten Nationalrat Cédric Wermuth und Nationalrätin Yvonne Feri. Die Entscheidung liegt bei der Delegiertenversammlung am 26. September 2018.

Grüne: Offiziell hat sich die Partei noch nicht entschieden, ob sie einen eigenen Kandidaten oder eine Kandidatin nominieren will. Inoffiziell wird aber gemunkelt, dass Irène Kälin antreten soll.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Spektakulär sind lediglich die Zahlen, die die Vetterliwirtschaftspartei sondergleichen den Steuerzahler kostet. Doris Leuthard kostet uns pro Jahr gut 3 Milliarden, ohne dass dies irgendetwas dem Land brächte. Lediglich Leute, die eh schon Subventionen erhalten, erhalten dank Rot-Grünem Hype noch mehr. Postauto lässt Grüssen.....
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Die "Windfahnenpartei" (CVP), die seit Jahren immer bei Parlamentswahlen Wähleranteile verlor, gibt sich mit dem Slogan "Mitteparteien sind spektakulär" schon recht viel Eigenlob! Wer immer so zu Sachgeschäften zustimmt, die dann eine Mehrheit bewilligt, ist tatsächlich keine zuverlässige Volkspartei, bei der man als Wähler weis, was sie will und für was sie einsteht! Da sind mir sogenannte "Polparteien" (SP oder SVP) als Parteiloser sympathischer! Dort sagen die Politiker klar, was sie wollen!
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  • Kommentar von Alex Schneider (Alex Schneider)
    Die Mitte-Parteien wie die CVP sind immer noch das Zünglein an der Waage, auch wenn ihre Bedeutung geschrumpft ist. Sie sind wie Schiedsrichter. Es braucht davon nur ein paar wenige. Wenn Kompromisslösungen nicht zustande kommen, sollten die Mitte-Parteien eigene Initiativen ergreifen. Dazu sind sie leider heute noch zu bequem.
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