Trinkwasser Stüsslingen Stüsslingen: Dumme Sprüche wegen verschmutztem Hahnenwasser

Was tun, wenn das Hahnenwasser plötzlich nicht mehr trinkbar ist? Die Einwohnerinnen von Stüsslingen erleben genau das - und zwar seit fast zwei Wochen. Ein Rundgang im Dorf zeigt unter anderem: Das Restaurant im Dorf hat mehr Mühe mit den blöden Sprüchen als mit dem fehlenden Wasser.

«Das Waschen des Salats ist kompliziert», sagt eine 80-jährige Frau, die schon seit ihrer Kindheit in Stüsslingen lebt. Sie esse jetzt halt etwas weniger Kopfsalat. Sonst seien die Einschränkungen nicht so schlimm. Man habe schon Schlimmeres überlebt.

Bäuerin Monika Erni erzählt, dass sie das Schweizer Trinkwasser nach diesem Erlebnis viel mehr schätzen werde: «Wenn es wieder gut ist, schätzt man es mehr, wenn man einfach den Hahn aufdrehen kann».

In Stüsslingen darf das Leitungswasser seit knapp zwei Wochen nicht mehr getrunken werden. Auch die neusten Laborwerte vom Mittwoch ändern daran nichts. Für folgende Zwecke sollte man das Wasser nach wie vor mindestens fünf Minuten abkochen:

  • Trinken
  • Zähneputzen
  • Lebensmittel waschen

Die Gemeinde weiss nicht, woher die Verunreinigung kommt. Das Reservoir sei es nicht, auch nicht das Pumpwerk, sagt Gemeinderat Dominik Frauchiger. Die Abklärungen laufen auf Hochtouren. Am Donnerstagmorgen wurde als nächste Massnahme Chlor in die Leitungen gepumpt.

Damit sollen die Fäkalbakterien entfernt werden. Danach wird erneut geprüft, ob das Problem nun gelöst ist. Wann die Einwohner von Stüsslingen ihr Hahnenwasser wieder trinken können, das ist aber weiterhin unklar.