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Sturm Burglind «Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen»

Jetzt liegen erste Zahlen zu den Sturmschäden in der Region vor. Fazit: Burglind war übel, doch Lothar war viel übler.

Umgeknickte Bäume
Legende: Im Kanton Solothurn traf es vor allem die Regionen Gäu und Niederamt. Im Bild: ein Waldstück in der Gemeinde Kestenholz Keystone

Im Aargau hat der Sturm Burglind bei Brittnau besonders heftig zugeschlagen. Die doppelte Menge Holz, die in dieser Region ansonsten pro Jahr genutzt wird, hat Burglind an einem Tag umgeknickt.

Insgesamt liegen in den Aargauer Wäldern zwischen 100'000 und 150'000 Kubikmeter Holz am Boden. Dies entspricht 25 bis 40 Prozent der Jahresnutzung, sagt Alain Morier, Leiter der kantonalen Abteilung Wald. Trotzdem fällt Moriers Fazit – den Umständen entsprechend – positiv aus. «Ich denke, wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen.»

Wir haben im Aargau seit Lothar ein Handbuch für Waldschäden, dies hat sich jetzt ausbezahlt.
Autor: Alain MorierLeiter Abteilung Wald AG

Burglind sei weit weniger einschneidend gewesen als Lothar, weiss Morier. Nach dem Sturm Lothar 1999 lag nämlich die dreifache Menge an Holz am Boden, die ansonsten im Aargau pro Jahr genutzt wird. Zudem habe man aus Lothar Lehren gezogen. «Wir haben zum Beispiel im Aargau seit Lothar ein Handbuch für Waldschäden, dies hat sich jetzt ausbezahlt weil jeder genau wusste, was er zu tun hat.»

Solothurn: Flächenschäden im Gäu

Auch in Solothurn liegt eine Schätzung über die Sturmschäden vor. Zwischen 60'000 und 100'000 Kubikmeter Holz hat «Burglind» laut Kantonsförster Jürg Froelicher im Kanton Solothurn «gefällt». Dies entspricht zwischen einem Drittel und der Hälfte der Menge Holz, die ansonsten in einem Jahr in den Solothurner Wäldern genutzt wird.

Legende: Video Waldschäden nach Sturm «Burglind» abspielen. Laufzeit 02:30 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.01.2018.

Den genauen Überblick über die Schäden zu haben sei zur Zeit schwer, denn mehrere Zugangsstrassen zu Wäldern sind noch immer gesperrt. «Dort liegen die Bäume kreuz und quer», sagt Froelicher.

Zum grössten Teil handelt es sich bei den Schäden in Solothurn um sogenannte Streuschäden. Das heisst, dass mehrheitlich einzelne Bäume oder Baumgruppen dem Sturm zum Opfer fielen. Es gibt aber auch Gebiete, auf denen ganze Waldstücke umgeworfen wurden, sagt Froelicher.

«Diese Gebiete befinden sich im Gäu und im Niederamt, ausserdem gibt es auch in Flumenthal-Riedholz eine Fläche, die es ganz 'umgchuttet' hat.» Es werde Wochen bis Monate dauern, bis all die Schäden weggeräumt sind, so der Kantonsförster.

Weniger Gefahr wegen Mechanisierung

Die Aufräumarbeiten im Wald hatten nach dem Sturm Lothar in der Schweiz mehrere Todesopfer gefordert. Seither – Lothar fegte 1999 durchs Land – habe sich aber die Waldbewirtschaftung stark verändert. «Der Mechanisierungsgrad ist heute viel höher als zu Lothars Zeiten», erklärt der Kantonsförster.

Heute wird mehr Holz mit sogenannten «Vollerntern» verarbeitet - maschinelle Ungetüme, die einen Baum umsägen, packen, die Äste entfernen und in Stücke schneiden können. Das mache die Arbeit weniger gefährlich, als wenn alles quasi von Hand aufgeräumt werden müsste.

Ausserdem werde man diejenigen Leute, die mit den Auräumarbeiten betraut werden, vorher noch speziell instruieren, sagt Froelicher.

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