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Umstrittenes Pflanzengift Glyphosat bleibt im Kanton Solothurn im Einsatz

  • Das Solothurner Kantonsparlament lehnte am Mittwoch ein totales Verbot für den Einsatz von Glyphosat ab.
  • Damit darf der Kanton Unkraut entlang von Kantonsstrassen weiterhin mit dem umstrittenen Herbizid behandeln.
  • Allerdings soll der Einsatz nicht mehr flächendeckend sein, sondern nur zur Behandlung bei einzelnen Pflanzen verwendet werden.
  • Mit einem Verbrauch von 34 Litern pro Jahr gehe der Kanton bereits heute sehr sparsam mit dem umstrittenen Wirkstoff um, betont der Baudirektor.
Kanister Roundup
Legende: Mit diesem Pflanzenschutzmittel wird Unkraut entlang der Solothurner Strassen entfernt. Wirkungsstoff ist Glyphosat. Keystone

Der Solothurner Kantonsrat hat einen SP-Auftrag, der ein totales Verbot forderte, in abgeschwächter Form mit 85 zu 2 Stimmen für erheblich erklärt. Ein totales Verbot wollten weder die Regierung noch die Umweltkommission.

Die Kommission schlug vor, dass Glyphosat entlang der Solothurner Kantonsstrassen nur noch zur Einzelstockbehandlung von invasiven Pflanzen, nicht mehr aber zur Flächenbehandlung eingesetzt wird. Dieser Formulierung konnte der Grossteil des Parlaments zustimmen.

Glyphosat

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ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Unkrautvertilgungsmittel. Es wird seit den 1970er Jahren verwendet, vor allem in der Landwirtschaft. In der Schweiz ist es seit 2002 zugelassen. Jährlich werden in der Schweiz ca. 300 Tonnen Glyphosat eingesetzt, weltweit sind es 700'000 Tonnen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft Glyphosat als krebserregend ein, andere Experten bestreiten dies.

«Nur» 34 Liter pro Jahr

Das Strasseninspektorat des Kantons Solothurn gehe schon heute äusserst sparsam mit Glyphosat um. Die eingesetzte Menge des glyphosathaltigen Pflanzenschutzmittels «Roundup» habe letztes Jahr nur gerade 34 Liter betragen, sagte Baudirektor Roland Fürst.

Unkraut entlang von Kantonsstrassen werde vorzugsweise mit mechanischen Methoden wie regelmässigen Strassenreinigungen, Abranden, Abkratzen, Ausreissen bei feuchter Witterung und dem Einsatz von Abflammgeräten bekämpft, hatte die Regierung zudem in ihrer Antwort geschrieben.

Ganz ohne Glyphosat gehe es aber nicht. Insbesondere die Bekämpfung des Japanischen Knöterichs habe sich mit anderen Methoden als unverhältnismässig aufwändig erwiesen.

Traktor mit Spritzvorrichtung
Legende: Die Mengen Glyphosat, die Bauern und Private verwenden sind um ein vielfaches grösser als was der Kanton verwendet. Keystone

Im Kantonsrat wurde das Strasseninspektorat für seinen bereits sparsamen Einsatz von Glyphosat gelobt. Der Kanton nehme eine Vorbildfunktion wahr, hiess es.

Die weitaus grösseren Mengen, die von Privaten um ihre Häuser verspritzt werden, seien viel beunruhigender und erschreckender, meinten einige Kantonsräte.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Was für ein - von den Volks-Steuergeldern entlöhnter - Kantonsrat, muss das sein, welcher für die bewusste Gesundheits-Schädigung von: NATUR, TIER und der Bevölkerung anordnet?? Verantwortungslosigkeit - Skrupellosigkeit = "falsche Leute, in falschen Positionen"!!
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  • Kommentar von Felice Limacher (Felimas)
    "andere Experten bestreiten dies". Sind das "Experten", welche von Monsato bezahlt werden?
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  • Kommentar von Peter Kunz (calanda)
    Echt schweizerischer Entscheid. Kein Verbot aber man soll wenn möglich darauf verzichten. Wie wärs, wenn wir das Tempolimit 120 auf Autobahnen aufheben würden, dafür den Autofahrer dazu anhalten würden, auf das Ueberschreiten dieses Tempos wenn möglich zu verzichten? Auch hier würden ja die Konsumenten die Kosten für die Folgen tagen.
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