Vier von fünf Schlossrueder sagten Ja zur SVP-Initiative

Schlossrued im Bezirk Kulm ist die Aargauer Gemeinde mit dem höchsten Ja-Stimmenanteil zur SVP-Initiative gegen Masseneinwanderung. Fast 80 Prozent der Stimmenden haben hier ein Ja in die Urne gelegt. Dieses Resultat deutet Ammann Martin Goldenberger als Versuch, das Dorf zu erhalten, wie es ist.

Ländliche Idylle in Schlossrued: Grüne Wiesen, Kühe grasen, wenige Einfamilienhäuser Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ländlich und konservativ: Schlossrued hatte im Aargau den höchsten Ja-Anteil zur SVP-Initiative gegen Masseneinwanderung zvg

Schlossrued ist eine kleine Gemeinde im Aargauer Ruedertal mir rund 800 Einwohnern. Über ein Drittel der Arbeitsplätze im Dorf sind noch in der Landwirtschaft verortet. Eine ländliche, konservative Gemeinde also, etwas abseits der grossen Transitrouten.

Hier scheint die Welt noch in Ordnung zu sein, jeder kennt jeden, «und das soll so bleiben», versucht Gemeindeammann Martin Goldenberger das gestrige Resultat zu erklären. «Wir wollen nicht einfach masslos wachsen», betont Goldenberger weiter. Darum hätten wohl viele für die Initiative gestimmt.

Ländliches Schlossrued gegenüber urbanem Ennetbaden

Zwar hat die Gemeinde nur rund sieben Prozent Ausländer im Dorf, weit weniger also als der kantonale Durchschnitt. Aber diese Zahl ist den Bewohnern von Schlossrued gerade recht, mehr sollen es nicht sein.

Den Vorwurf Rassisten zu sein, weist Goldenberger von sich. «Wir haben zu den Ausländern, die bei uns leben, auch zu den Asylbewerbern, ein gutes Verhältnis», sagt er. Aber eben, die heutige Zahl reiche. «Wir wollen nicht von Ausländern überrannt werden.» Die Schweiz müsse als Schweiz erkennbar bleiben.

Das pure Gegenteil des Schlossrueder Wahl-Ergebnisses findet sich übrigens in Ennetbaden im Bezirk Baden. Die kleine urbane Gemeinde neben der Stadt Baden hat den höchsten Nein-Stimmenanteil bei der SVP-Initiative. 72,36 Prozent haben hier die Initiative abgelehnt.