Volksinitiativen zu Medikamenten-Verkauf haben es schwer

Aargauer Ärzte und Apotheker haben Volksinitiativen eingereicht zum Thema Medikamenten-Verkauf. Nach der Regierung will nun auch die zuständige Grossratskommission nichts wissen von den beiden Volksbegehren. Beide Initiativen seien überflüssig.

Seit Jahren streiten sich Aargauer Ärzte und Apotheker. Die zentrale Frage: Wer darf Medikamente verkaufen? Aktuell gilt ein sogenanntes Selbstdispensationsverbot. Das heisst: Ärzte verkaufen grundsätzlich keine Medikamente. Doch es gibt Ausnahmen zum Beispiel für Arztpraxen auf dem Land.

Eine Pharma-Assistentin sortiert Medikamente. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ärzte und Apotheker streiten um den lukrativen Medikamenten-Verkauf. In der Politik will man davon nichts wissen. Keystone

Die Ärzte verlangen mit ihrer Volksinitiative «Ja zur ärztlichen Medikamentenabgabe» mehr Rechte . Auf der anderen Seite stehen die Apotheken: Sie wollen in der Verfassung festschreiben, dass Medikamente grundsätzlich von Apotheken abgegeben werden. Ihre Initiative trägt den Titel «Miteinander statt Gegeneinander».

Kommission will Grundlagen-Papier

Die Aargauer Regierung hält beide Volksbegehren für überflüssig. Die aktuelle Regelung gewährleiste die Versorgungssicherheit für Patientinnen und Patienten. Dieser Meinung schliesst sich nun auch die zuständige Grossratskommission an. Sie empfiehlt beide Volksinitiativen zur Ablehnung. Zudem verzichtet sie auf einen Gegenvorschlag.

Beide Initiativen lösten «keine grundlegenden Probleme des Gesundheitswesens», hält die Kommission in ihrer Mitteilung fest. Hingegen brauche es eine «Masterplanung Integrierte Versorgung Aargau», um diese und andere Fragen zu klären.